Annapurna Circuit & Base Camp Ratgeber – Alle Infos & Tipps

Auch mal die Sonne und Aussicht genießen!

Der Annapurna Circuit ist einer der bekanntesten Trekkingtouren Nepals. Er bietet eine atemberaubende Bergkulisse und ist sicherlich eine der schönsten und abbwechslungsreichsten Wanderungen der Welt durch verschiedene Klimazonen. Der höchste Punkt der Wanderung ist der Thorong La Pass mit etwa 5.400m Höhe. Der Trail kann gut mit dem Annapurna Base Camp Trek verbunden werden.

Was erwartet mich auf dem Annapurna Circuit Trail? Wann sollte ich dort wandern? Brauche ich einen Guide? Wie kann ich mich vorbereiten?

Hier erfährst du alles was du wissen musst zum Trekking in Nepal auf dem Annapurna Circuit & Base Camp: Tipps, Ausrüstung, Wanderführer, Kosten, Route, Verpflegung, Beste Reisezeit…

Unseren Erfahrungsbericht hierzu gibt es übrigens auch auf unserem Blog in 3 Teilen zu lesen: In Teil 1 geht es auf dem Annapurna Circuit von Kathmandu über Besisahar bis nach Manang. Teil 2 führt zum Ice LakeTilicho Lake und über den Thorong La Pass nach Muktinath. Teil 3 schließlich über Tukuche und Dana nach Ghorepani zum Sonnenaufgang am Poon Hill. Von dort noch einmal aufwärts zum beeindruckenden Annapurna Base Camp.

Türkisenes Highlight: der Gangapurna See
Türkisenes Highlight: der Gangapurna See

Wie lang ist der Annapurna Circuit? Wo startet und endet er?

Der komplette Annapurna Circuit von Besisahar bis NayaPui ist ca 230km lang (inklusive Poon Hill). Allerdings kann man ihn heute deutlich verkürzen – auch wenn man dadurch wunderschöne Landschaft verpasst und vor dem Thorong La Pass auch wichtige Akklimatisierungszeit. In Besisahar kann man vom Bus in Jeeps umsteigen, bis Ngadi (15km) oder sogar Chame (55km) kann man dann auf holprigen Wegen zurücklegen. Auf der anderen Seite des Passes kann man von Jomsom mit Jeep fahren (2-3 Tage nach Pokhara) oder sogar fliegen (falls es das Wetter und vor allem der Wind zulässt) und so um die 90km “sparen”. Auch wenn das wahrscheinlich nicht das Ziel der meisten Wanderer ist, kann es im Notfall wichtig werden.

Karte Annapurna Circuit & Base Camp
Karte Annapurna Circuit & Base Camp

Ich startete meine Wanderung in Besisahar und bereue es nicht. Der Annapurna Circuit folgt nicht der Jeepstrecke und man entdeckt wunderbare Landschaften und Terrassenwirtschaft. Auf der anderen Seite vom Thorong La Pass bin ich weiter bis zum Poon Hill gewandert, habe die wunderschöne Natur und Orte entdeckt, bin in die heißen Quellen von Tatopani getaucht und den atemberaubenden Sonnenaufgang am Poon Hill genossen. Von Besishara bis Ghorepani habe ich 15 Tage gebraucht inklusive Tilicho Lake, aber ich bin einige sehr lange Wandertage gegangen – meist braucht man ein paar Tage mehr. Von Ghorepani aus kann man einfach zurück nach Pokhara wandern bzw fahren oder nach Chomrong queren und den Annapurna Base Campa Trek anschließen. Das waren bei mir weitere 4 Tage (mit Rückfahrt per Jeep von Siwar aufgrund von Knieproblemen).

Höhenprofil und Kilometer Annapurna Circuit
Höhenprofil und Kilometer

Hier gibt es außerdem eine tolle interaktive 3D-Animation des Annapurna Circuits, die einen perfekten Überblick über die Höhe und die Berge verschafft.

Etappen des Annapurna Circuits. Wie lange brauche ich?

In jedem Wanderführer stehen andere Zeiten und jeder Wanderer ist unterschiedlich schnell (oder langsam) unterwegs. Es ist daher schwierig, genaue Zeiten zu gehen. Nach 2-3 Tagen hat man heraus, wie lange man grundsätzlich braucht im Vergleich zu den angegebenen Zeiten und kann dann wunderbar planen. Das tolle am Annapurna Circuit ist aber, dass es alle paar Stunden Gästehäuser gibt und man dadurch ziemlich spontan jeden Tag entscheiden kann, wieweit man noch gehen möchte.

Meine Etappen waren wie folgt:

  1. Kathmandu – Bhulbule
  2. Bhulbhule -Tal
  3. Tal -Chame
  4. Chame -Ghyaru
  5. Ghyaru -Manang
  6. Akklimatisierungstag: Manang – Ice Lake – Manang
  7. Manang – Tilicho Base Camp [Wer nicht zum Tilicho Lake geht braucht 2 Tage weniger]
  8. Tilicho Base Camp – Tilicho Lake – Khangsar
  9. Khangsar – Thorong Phedi Camp
  10. Thorong Phedi – Muktinath
  11. Muktinath – Kagbeni
  12. Kagbeni – Tukuche
  13. Tukuche – Dana
  14. Dana – Ghorepani
  15. Ghorepani -Poon Hill-  Tadapani
  16. Tadapani – Bamboo
  17. Bamboo – Annapurna Basecamp
  18. Annapurna Basislager – Chomrong
  19. Chomrong – Pokhara

Ihr solltet unbedingt mindestens 1 Tag Puffer einplanen und außerdem den Akklimatisierungstag in Manang. (Nicht nur weil ein Ausflug zum Ice Lake traumhaft ist sondern eben auch um den Körper an die Höhe zu gewöhnen!).

Yay! Geschafft auf 5416m zum Thorong La Pass
Yay! Geschafft auf 5416m zum Thorong La Pass

Wann ist die beste Zeit für den Annapurna Circuit?

Die üblichen empfohlenen Wanderzeiten aufgrund der Wetterbedingungen sind Oktober bis November und Ende März bis Mai. Im Oktober und November hat man ein trockenes Klima und meistens gute, klare Sicht. Es ist aber auch sehr viel los auf dem Annapurna Circuit, es ist Hauptreisezeit. In den letzten Jahren gab es zum Teil auch Probleme mit freien Unterkünften auf dem Trail und die Unterkünfte sind teurer. Im Dezember bis Anfang Januar kann der Annapurna Circuit auch noch machbar sein, man muss sich auf kältere Temperaturen und Schnee einstellen, aber auch im Oktober kann es um den Pass schneien. [zu meiner Wintererfahrung weiter unten mehr]. Januar und Februar ist der Weg nicht gut auf eigene Faust zu begehen, die Unterkünfte sind geschlossen. März bis April ist eine gute Reisezeit, da es weniger voll ist als im Oktober, meist nicht so kalt. Dafür kann die Sicht schlechter sein. In den Sommermonaten ist die Wanderung aufgrund des Monsuns nicht möglich (auch wenn man bis mitte Juni noch Glück haben kann).

Meine Wintererfahrung:  Ich bin am 14. Dezember in Besisahar gestartet und endete am 1. Januar in Siwar nachdem ich noch auf dem Annapurna Base Camp war. Ich hatte sehr viel Glück, es war außergewöhnlich trocken und schneefrei, daher konnte ich sogar noch zum Tilicho Lake bevor die Unterkunft dann auch geschlossen wurde Ende Dezember.  Der Weg war größtenteils leicht zu gehen, mit Ausnahme einiger eisiger Stellen. Diese eisigen Teile befinden sich normalerweise am Nordhang eines Berges und können den Pfad vollständig bedecken, so dass man beim Überqueren sehr vorsichtig sein müssen. Es ist jedoch machbar und niemand, mit dem ich wanderte, hatte irgendeine Art von Unfall. Auch in anderen Monaten kann es Eis geben, in der Höhe muss man auf alles vorbereitet sein.

Der Abstecher zum Tilicho See ist je nach Witterungsbedingungen riskant. Die Wanderung ist schwierig und nicht zugänglich, sobald es anfängt zu schneien. Ich war am 20. Dezember im Tilicho-Basislager und die Manager haben es ein paar Tage später für den Winter geschlossen. Viele Nepalesen bleiben im Winter nicht in diesen Höhenlagen, sondern genießen das wärmere Wetter in Pokhara. Die Besitzer der Gästehäuser rund um den Annapurna Circuit machen (für nepalesischen Standards) ziemlich viel Geld und können es sich leisten, die Gästehäuser zu schließen. Auf jeden Fall in Manang und in Brakhar nachfragen, wenn du planst im Dezember noch zum Tilicho Lake zu wander. Nur die orstansäßigen Leute wissen, ob das Tilicho Base Camp (und andere auf dem Weg) geschlossen oder offen sind.

Eis auf dem Trail - Annapurna Circuit
Eis auf dem Trail

Glücklichmacher für Bergliebhaber

Temperatur & Wetter auf dem Annapurna Circuit

In geringer Höhe können die Tagestemperaturen ziemlich warm sein und ich schwitzte selbst im Dezember beim Wandern im T-Shirt. Je höher es hinaufgeht, desto kälter wird es, aber tagsüber ist es ca. 5-10 °C. Sobald die Sonne untergegangen ist, wird es sehr kalt. Die Temperatur in meinem Zimmer war nachts normalerweise um 0°C, aber die wenigen Nächte in Manang und höher waren kälter her (um -5°C mit gefrorenen Wasserflaschen). Ich hatte einen Schlafsack mit einer Schlafkomfortzone von -6 ° C und das war perfekt (abgesehen von Toilettenausflügen). Mein größtes Problem war die Zeit nach Ankunft im Gästehaus bis zum Schlafengehen. Die Gästehäuser in höheren Lagen haben oft Feuerstellen, aber man muss ganz nah dran sitzen um es etwas warmer zu haben.  Im Dezember sind viele Wasserleitungen in großer Höhe eingefroren und oft kann man nur Wasser in der Küche bekommen, wo die einzige nicht gefrorene Wasserleitung ist. Im Tilicho Base Camp mussten wir unser Trinkwasser selbst aus dem Fluss holen, da selbst die Küchenleitung eingefroren war.

Draußen sind Nachts die Temperaturen natürlich noch viel niedriger. Auf dem Thorong La Crossing waren es ca. -15 ° C kalt. Aber das waren nur ein paar Stunden, sobald man über den Pass ist und wieder bergab geht in der Sonne wird es schnell wieder warm.

Während meiner 19 Tage Wandern hatte ich 17 Tage klaren, blauen Himmel und Sonnenschein. 2 Tage waren bewölkt und ich hatte 3 Stunden Regen (beide im Annapurna Base Camp). Auch das kann sehr unterschiedlich sein und besonders wenn man das Annapurna Base Camp macht, wird es sehr wahrscheinlich regnen.

Auch mal die Sonne und Aussicht genießen!
Auch mal die Sonne und Aussicht genießen!

Ausrüstung & Packliste: Was muss ich mitnehmen?

Für den Winter sind die wichtigsten Dinge ein guter Schlafsack und eine Daunenjacke, die warm hält. Ich würde auch dringend eine Handdesinfektionsmittel empfehlen. Normalerweise wasche ich lieber meine Hände mit Seife, aber in großer Höhe war es eine echte Herausforderung für mich, meine Hände in fast gefrorenem Wasser zu waschen … Wanderstöcke sind sehr wichtig für mehr Stabilität und vor allem um die Knie auf den langen Strecken bergab zu schützen.

Kosten – Wieviel Geld gebe ich pro Tag aus?

Grundsätzlich gilt, je höher man kommt, desto teurer wird es!

Übernachtung

Die Zimmer in den Gästehäusern kosten zwischen 200 und 500 RM. In der Nebensaison im Dezember waren die Besitzer froh, wenn ich in ihrem Gästehaus bleibe und so konnte ich meistens kostenlos übernachten solange ich Abendessen und Frühstück bezahle. (Das gilt allerdings nicht für die Base Camps in denen es KEINE andere Alternative gibt zur Übernachtung!). WLAN und Strom konnte ich oft auch kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr nutzen, während man in der Hochsaison auch dafür Geld bezahlen muss.

In der Nebensaison ist es gar kein Problem eine Unterkunft zu bekommen, am besten man schaut sich im Ort um und besucht 2-3 Gästehäuser und schaut sich die Zimmer an und nimmt das beste. In der Hauptsaison kann es schwierig werden, im Oktober kann es so voll sein, dass manche Wanderer ihre Guides vorschicken um ein Zimmer zu reservieren. Aber die Zahl der Gästehäuser wächst stetig und irgendwo lässt sich immer ein Plätzchen finden.

Mein Zimmer im Teahouse
Mein Zimmer im Teahouse

Kosten für Verpflegung

Abendessen oder Mittagessen kostet zwischen 150 NR bis 500-600NR (so teuer war es nur im Tilicho Base Camp, Thorong Phedi oder Annapurna Base Camp). Tee kostet zwischen 30 NR pro Tasse bis 600N für einen Liter Masala Tee.

Ich habe meist unterwegs Wasser aus den vielen freistehenden Wasserquellen oder Wasserhähnen genommen und es mit Chlorpillen behandelt (UV Filter und ähnliches geht natürlich auch gut). In den Gästehäusern kann man auch gefiltertes Wasser kaufen und in der Hauptsaison gibt es mehrere Stationen mit “Safe Drinking Water” – diese sind im Winter jedoch geschlossen.

In größeren Orten wie Manang oder Muktinath kann man problemlos jede Art von Riegeln oder Schokolade (50-200NR), Toilettenpapier (100-150NR), Taschentücher und sogar Ausrüstung wie Handschuhe, Schals usw. kaufen.

Gesamtausgaben

Insgesamt reichen in der Nebensaison 1500NR (oder 15USD) pro Tag vollkommen aus, 20USD in der Hauptsaison. Mehr wenn man sich mehr gönnen möchte. Auf jeden Fall ausreichend Geld mitnehmen, da es unterwegs kaum Möglichkeiten gibt, Geld zu bekommen. Ich habe mehr mitgenommen als ich gebraucht habe, den Rest habe ich dann in Pokhara ausgegeben. Als Back-up hatte ich außerdem 300USD für den Notfall dabei. Ich hatte nie Angst, dass mein Geld gestohlen wird, die Zimmer kann man mit einem Vorhängeschloss schließen und beim Wandern ist es ohnehin sicher.

Essen & Trinken: Verpflegung auf dem Annapurna Circuit

Sowohl der Annapurna Circuit als auch der Annapurna Base Camp Treck sind sehr touristisch und das spiegelt sich auf der Speisekarte wieder. In vielen Gästehäusern hängen Zertifikate über die Koch- und Backausbildung. Es war wirklich beeindruckend in sehr abgelegenen Orten lange Speisekarten zu lessen. Das angebotene Essen ähnelt sich überall und reicht von Kartoffeln und Nudeln bis Reis, zubereitet mit Gemüse, Käse … Es gibt natürlich Dhal Bat, das Nationalgericht, aber auch Momos (tibetische Knödel) und Burger (hauptsächlich vegetarische Burger). Fleisch wird nicht sehr oft serviert (und ist auch nicht unbedingt zu empfehlen). Sobald man im Gästehaus ankommt, sollte man sein Abendessen für eine bestimmte Uhrzeit vorbestellen.

Burger essen in Yak Kharka
Burger essen in Yak Kharka

Zum Frühstück gibt es Müsli (mit Milchpulver und Äpfeln), Brei (auch mit Äpfeln möglich), verschiedene Arten von Brot (Buchweizenbrot, Chapat,…) mit Marmelade oder Honig, Eier, Käse … Dazu gibt es Tee oder (Instant-) Kaffee. Am Abend einfach das Frühstück für die gewünschte Zeit vorbestellen. Je länger ich unterwegs war, desto hungriger wurde ich aufgrund der Anstrengung und Kälte (trotzdem habe ich ein paar Kilo abgenommen). Normalerweise habe ich einmal am Tag Dhal Bhat gegessen, da es kostenlos Nachschlag gibt. Obwohl ich zuhause nie Burger esse, wurde der Veggie Burger bald mein Lieblingsgericht auf dem Trail! Ich habe es aber nur bestellt, wenn es mit Frisch gebackenem Chapati-Brot gemacht wurde. So köstlich! Das Frühstück sollte am besten Abends schon vorbestellt werden für eine bestimmte Uhrzeit. Die meisten Gästehäuser servieren das Frühstück leider immer 15-20 Minuten später als bestellt (also berücksichtigt das!).

Dhal Bat - Das nepalesische Nationalgericht
Dhal Bat – Das nepalesische Nationalgericht

Guide & Wanderführer – Wie finde ich den Weg?

Wanderführer

Ich habe den Reiseführer “Annapurna Circuit” von Cicerone in Deutschland gekauft, war aber überhaupt nicht glücklich damit. Außerdem habe ich ein paar Seiten aus dem Reiseführer von Lonely Planet gemacht, diese benutzte ich hauptsächlich für die Bestimmung der Wanderzeit von einem Ort zum nächsten, da es perfekt zu meinem Tempo passte. Eine super Hilfe mit Routenbeschreibung ist außerdem der: “Trekking the Annapurna Circuit including new NATT-trails which avoid the road” von  Andrées de Ruiter und Prem Rai. Er ist sehr detailliert und bietet viele interessante Informationen zum Trail inklusive lohnenswerter Abstecher. Einzig die angegebenen Wanderzeiten stimmten bei mir nicht (sehr viel langsamer), sonst kann ich es uneingeschränkt empfehlen.

Caro und Martin von We Travel the World haben außerdem ein sehr ausführliches E-Book oder Taschenbuch zum Annapurna Circuit geschrieben inklusive Tipps für Kathmandu und Pokhara. Dort findest du nicht nur einen Erfahrungsbericht sondern auch alle Informationen zur Vorbereitung, Planung, Packliste, Gesundheit – und alles wunderschön designt! (Ihr dürft euch nur nicht davon abbringen lassen, den Annapurna Circuit im Dezember zu machen, es ist kalt aber lohnt sich wie ihr hier lesen konntet ;-)).

Außerdem solltet ihr vor Ort in Kathmandu oder Pokhara eine aktuelle Karte für ein paar Dollar kaufen, die gibt’s an jeder Ecke.

Guide

Ursprünglich hatte ich nicht vor, einen Guide zu nehmen. In Kathmandu empfahl das Reisebüro jedoch dringend, dass ich im Winter nicht alleine auf dem Annapurna Circuit wandern sollte. Ich habe mich dafür entschieden, 15USD pro Tag sind nicht so viel für meine Sicherheit. Wie man allerdings in den Trail Stories nachlesen kann, war ich nicht sehr glücklich mit dem Guide. Ich gehe gerne stundenlang wandern und genieße alle Abstecher – aber nicht mein Guide. Er wählte die kürzesten Straßen und nicht die schönsten Trails. Daher musste ich an jeder Kreuzung meinen Führer überprüfen, und das sorgte für eine gewisse Spannung auf meiner und seiner Seite. Die ersten Tage wären ohne ihn allerdings ziemlich einsam gewesen, da ich nur gelegentlich Kontakt mit anderen Wanderern hatte. Ich war sehr glücklich, ihn an einigen Stellen bei mir zu haben, als es sehr eisig war und ich mich alleine nicht sicher gefühlt hätte. Ich denke auch, dass ich bei viel Schnee tatsächlich einen Guide gebraucht hätte.

Grundsätzlich kann man den Annapurna Circuit in der Hauptsaison als erfahrenerer Wanderer ohne Probleme alleine gehen und schnell Anschluss an andere Wanderer bekommen. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Einzig die Höhe könnte ein Problem sein, vor allem, wenn man nicht weiß, wie sein Körper auf die Höhe reagiert. Daher würde ich immer dazu raten, sich mit anderen Wanderern zusammen zutun für den Thorong La Pass. Zu weniger begangenen Zeiten ist es eine Risikoabwägung, ob man einen Guide nimmt oder nicht falls man ganz alleine unterwegs ist.

Das Annapurna Base Camp Trekking kann zu jeder Jahreszeit ohne Guide durchgeführt werden, da es auch im Winter viele Touristen gibt. Es gibt immer Gruppen mit Führer und selbst wenn es viel Schnee gibt, kann man auf eine Gruppe mit Führer warten, um dann deren Spur zu folgen.

Mal wieder eine Hängebrücke
Mein Guide auf einer der vielen Hängebrücken

Glücklichmacher für Bergliebhaber

Was solltest du sonst noch wissen? Unsere Tipps für euch

Genehmigungen

Man benötigt 2 Genehmigungen:

  • ACAP (Annapurna Conservation Area Permit) für den Zugang zur Annapurna Region (20$)
  • TIMS Card (Trekkers Information Management System, 20 $) wenn man alleine wander. Mit Guide besort sonst die Agentur eine TAN-Karte.

Die Genehmigungen werden ganz einfach im Tourist Service Center in Kathmandu oder bei Reisebüros ausgestellt. Für die Genehmigungen benötigt man Passbilder.

Strom

Es gibt viele Stromausfälle, so dass man sich nicht darauf verlassen kann, jederzeit Strom zu haben. Wichtig sind eine eigene Stirnlampe und Ersatzbatterien für die Kamera bzw Powerbank für das Smartphone. Stromstecker sind oft nur im Speisesaal und manchmal sind sie so locker, man den Stecker festhalten muss, um sicherzustellen, dass das Gerät ordnungsgemäß aufgeladen wird.

Wärmen am Kohlefeuer (mit Smartphone)
Wärmen am Kohlefeuer (mit Smartphone)

Höhenkrankheit & Akklimatisierung

Akklimatisierung ist sehr wichtig! Die beste Regel ist “Climb high, sleep low” (also am besten Abends nochmal ein paar hundert Höhenmeter rauf und wieder zurück). Tilicho Lake und / oder Ice Lake zur Akklimatisierung sind  nicht nur traumhaft sondern auch ideal um sich zu akklimatisieren. Es ist wichtig, sich vorher über die Symptome zu informieren und dann aufzupassen auf die eigenen Körpersignale. Ab 3000m Höhe ist es auch wichtig, sich nicht mehr zu verausgaben und langsam zu gehen, sonst erholt sich der Körper nicht mehr.

Heißes Wasser & Duschen

Die Schilder 24/7 Hot Shower spiegeln nicht die Realität wieder! Manchmal bekommt man nur einen Eimer mit warmem Wasser (den man in einem kleinen Duschraum mit einer Temperatur von ca. 5 ° C benutzt!). Manchmal tropft etwas warmes Wasser aus dem Duschkopf.

Verhandeln

Die meisten Preise sind (vor allem in der Nebensaison) verhandelbar. Seid nicht zu aggressiv, die Nepalesen müssen sich ihr hartes Leben verdienen, aber gerade am Anfang des Trails können die Preise viel zu hoch angesetzt werden. Mit der Zeit findet man schnell heraus, was ein vernünftiger Preis ist. Und nicht vergessen, je höher ihr kommt, desto teurer wird alles verständlicherweise – schließlich wird alles heraufgetragen!

Genießen!

Stellt sicher, dass ihr genügend Zeit habt und plant lieber 2 Puffer-Tage ein. Es kann immer sein, dass der Körper streikt oder es starken Schneefall gibt.

Manang in Sicht
Manang in Sicht

Wie es auf dem Annapurna Circuit zugeht könnt ihr auch mit vielen Bildern in den Erfahrungsberichten lesen! In Teil 1 geht es auf dem Annapurna Circuit von Kathmandu über Besisahar bis nach Manang. Teil 2 führt zum Ice LakeTilicho Lake und über den Thorong La Pass nach Muktinath. Teil 3 schließlich über Tukuche und Dana nach Ghorepani zum Sonnenaufgang am Poon Hill. Von dort noch einmal aufwärts zum beeindruckenden Annapurna Base Camp.

Habt ihr noch Fragen? Immer her damit, schreibt uns einfach über das Kommentarfeld.

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Pinterest Ratgeber Annapurna Circuit 4

Pinterest Ratgeber Annapurna Circuit 4

7 Comments

  1. Hi, Toller Bericht.
    Sag mal lohnt sich der Weg über Thorung La Pass ? Es gäbe da auch noch einen Weg über den Tilicho lake nach Jomsom. Das West- Ufer soll sehr schön sein.

    1. Hi Andre, Dankeschön! Den Thorong La Pass selbst fand ich ehrlich gesagt nicht unbedingt lohnenswert, mir war aber auch einfach nur kalt trotz meiner vielen Schichten und die Höhe war schwierig für mich. Allerdings fand ich den Abschnitt danach über Jhong nach Kagbeni wunderschön. Der Tilicho Lake selbst lohnt sich auf jeden Fall als Abstecher, es ist wunderschön dort. Der Weg von dort nach Johmsom soll sehr schön sein aber schwierig zu finden und ohne Teahouses, daher bräuchtest du da sicherlich ein Zelt und Erfahrung im Navigieren etc. Den aktuellen Stand kenne ich allerdings nicht, im Zweifel würde ich für beide Optionen planen und dann vor Ort die Locals nach den atuellen Bedingungen fragen. Viele Grüße, Bettina

  2. Was hattest du denn für Schuhe?
    Reichen für den Ap. circuit ein paar leichte Knöchelhohe Wanderschuhe?

    Ich hab gerade mal so ein Rücksack Probe gepackt, nur um zu sehen was ich alles so einpacken würde…

    Ich komme auf über 20kg und mindestens 75l. Das ist definitiv zu viel für 5000m Über Normal.

    1. Das Gelände ist relativ einfach. Ich bin damals mit hohen festen Meindl Stiefeln (Kategorie B-C) gewandert, da ich ja auch im Winter unterwegs war und die einfach wärmer sind. Inzwischen laufe ich meistens mit leichteren Schuhen, aber meine Knöchel knicken auch nicht mehr so einfach um, weil ich sehr trainiert bin. 20kg ist viel zu viel (egal für welche Höhe meiner Meinung nach)! Was hast du denn alles dabei? Ich komme selbst mit Zelt & co auf maximal 9kg. Viel Wechselkleidung solltest du nicht mitnehmen, dann lieber mal ein paar Unterhosen waschen zwischendurch 😉

  3. Hallo das Hauptgewicht macht sicherlich das Wasser aus (3l hab ich minimum bei mir).
    Stirnlampe, Akku, Powerbanks und Ladegeräte.
    Schlafsack wiegt auch 1.4 kg Biwacksack anstelle von einem Zelt.

    Der Rucksack allein wiegt ja schon fast 3 kg je nach Modell.

    Unterhose lang Ersatzhose, Funktionsshirt softshell-Jacke Gore Tex Jacke und die ganze Unterwäsche. Das läbbert sich irgend wie.

    Da ich am liebsten eine Nacht auf über 5000hm verbringen möchte kommen zeitweise auch noch ein paar Konserven zum tragen.

    Meine Spiegelreflex kamera sowie ein Stativ ist da noch Garnicht mal im Gepäck.
    Ja ich muss mir da ganz dringend etwas einfallen lassen.

    1. Ah, das war immerhin schon mit Essen und Trinken! Also statt 3l Wasser nimm doch lieber einen Steripen oder Chlortabletten mit. Es gibt bis auf die Passquerung ganz oft Dörfer oder Wasserstellen zwischendurch. Obwohl ich viel trinke habe ich so eigentlich nie mehr als 1l Wasser bei mir gehabt. An den meisten Tagen brauchst du also nicht so viel Wasser schleppen. Statt Konserven würde ich auf dehydrierte Nahrung bzw Couscous etc umsteigen, Konserven sind doch wahnsinnig schwer! Und fast immer kannst du ja in den Guesthouses essen oder auch einfach von dort etwas mitnehmen. Im Everest Gebiet hatte ich auch einfach eine Tupperdose dabei und hab mir morgens mal ein Gericht zum mitnehmen machen lassen. Dann musst du das Gewicht nur an dem Tag schleppen. Vielleicht kannst du ja noch ein wenig aussortieren. Alternativ über einen Träger nachdenken, vor allem wenn die Spiegelreflex auch noch mitkommt! Ich wiege immer alles was ich mitnehme und kann so am besten entscheiden, was wirklich mitmuss.

  4. Ja. Das mit dem Tupperdosen hab ich mir auch schon gedacht, dann kann ich gleich auch das Gewicht für das CampingGeschirr und den Kocher einsparen.

    Vielen Dank schon mal für deine Infos

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