Alpenüberquerung: Traumpfad von Venedig nach München

Schiara Klettersteig, Alpenüberquerung Traumpfad Venedig-München Weitwanderung

Von Venedig nach München? Halt, geht der Traumpfad nicht anders herum? Stimmt, der Traumpfad von München nach Venedig ist neben dem kurzen E5 Oberstdorf-Meran eine der beliebtesten Alpenüberquerungen, der Klassiker schlechthin! Sein „Erfinder“, Ludwig Grassler, ist ihn bereits 1974 gewandert und die meisten Wanderer machen sich wie er vom Münchner Marienplatz auf und laufen gen Süden, 555km bis zum Markusplatz in Venedig.

Warum ihn also andersherum laufen? Bei mir hat es sich zufällig ergeben. Ich wollte einmal über die Alpen und zurück und bin auf dem Hinweg von Salzburg nach Triest gewandert (einen Artikel darüber habe ich bei Fräulein Draußen geschrieben) und daher wurde der Traumpfad anders herum geplant. Die Vorteile haben sich dann erst gezeigt: Man läuft „nach Hause“ und außerdem den Massen der Traumpfad-Wanderer entgegen. Die Hütten sind natürlich gleich voll, aber man bekommt zahlreiche Tipps für die nächsten Abschnitte ohne sich dann täglich wieder zu sehen. Wir erfuhren zum Beispiel welche Hütten verrückte Hüttenwirte oder verrückte Preise haben, wo die Hälfte der Wanderer Magen-Darm-Probleme hatte und dass ein Teil des Weges in einer Militärzone oft für geplante Trainingsschießereien geschlossen ist. Ich war mit meiner Schwester unterwegs und wir waren beide sehr glücklich mit unserer Wahl! Alle Vorteile und Nachteile habe ich übrigens im Infoteil übersichtlich zusammengestellt.

Egal in welche Richtung du den Traumpfad wandern möchtest, oder vielleicht auch nur Eindrücke der Alpenüberquerung suchst, in diesem Erfahrungsbericht entdeckst du, was dich auf dem Traumpfad erwartet! Von Sonne, Regen, Schnee, kaputten Schuhen, tollsten Hütten bis zu den wunderbarsten Menschen und unglaublichen Erfahrungen, Erlebnissen und landschaftlich grandiosen Highlights.

Falls du noch Infos zur Ausrüstung brauchst, findest du hier eine Packliste für Hüttentouren und Alpenüberquerungen und außerdem habe ich hier einen praktischen Ratgeber zum Hüttenleben zusammengestellt.

Start des Traumpfades Venedig-München am berühmten Markusplatz in Venedig
Start des Traumpfades Venedig-München am berühmten Markusplatz in Venedig

Abschnitt 1: Venedig – Belluno

Meine erste Alpenüberquerung endete in Triest und so brauche ich nicht lange mit dem Zug nach Venedig, wo ich meine Schwester Claudia treffe. Nach einem Monat alleine freue ich mich auf die Gesellschaft und wir erkunden Venedig, es ist unglaublich voll und unglaublich schön.

1. Venedig-Jesolo. 23km

Am nächsten Tag beginnt die Alpenüberquerung von Venedig nach München für uns. Wir spazieren zum berühmten Markusplatz, Start- (oder End-)punkt des Traumpfades. Nach ein paar Fotos geht es los! Zumindest ein paar hundert Meter zum „Vaporetto „.  Die Fähre bringt uns in 40 Minuten nach Punta Sabbioni und ist Teil des offiziellen Weges, irgendwie muss man aus Venedig ja wegkommen! Wir genießen die Fahrt und die großartige Aussicht auf Venedig, aber heute erwarten uns noch 23 km in der Hitze. Nach 90 Minuten auf Asphalt geht es am Strand weiter, es fühlt sich großartig an, barfuß im Wasser zu laufen und die erstaunten Touristen anzulächeln, die sich über unsere Rucksäcke, Wanderschuhe und Stöcke wundern. Dann schwimmen wir noch eine Runde bevor wir weiter auf Asphalt laufen müssen. Zwei Stunden führt der Weg am Damm einer Lagune entlang, es ist wahnsinnig heiß und die Kilometer bis Jesolo ziehen sich.

Fahrt auf dem Vaporetto, Fjella Traumpfad Venedig-München Weitwanderung (2)
Fahrt auf dem Vaporetto

2. Jesolo – Pontè di Piave. Immer noch zu heiß. 36km 

Die Nacht war heiß und laut. Wir starten früh, denn wir haben einige Kilometer vor uns heute. Die ersten Stunden sind angenehm, am Fluss entlang und bei einer schönen Lagune, die man allerdings nur selten zu Gesicht bekommt. Straße und Wanderwege wechseln sich ab und es wird immer heißer. Schatten ist rar und wir nutzen einen einsamen Baum für unsere Mittagspause. Bei fast 40°C macht das Wandern keinen Spaß mehr. Wir kämpfen uns durch die Hitze und die monotone Strecke, als Claudias Sohle sich löst. Wir kleben die Sohle mit Tape, aber bald muss Claudia in ihre Wandersandalen wechseln. Wo können wir hier wohl ihre Stiefel neu besohlen lassen? Erschöpft kommen wir am Ende des heutigen Abschnitts an, aber dann sind es noch 2km auf einer sehr befahrenen Straße, um das Hotel zu erreichen, da die empfohlene Unterkunft auf dem Traumpfad leider ausgebucht war.

3. Pontè di Piave – Punte della Priulà. Ereignislose 27km

Am heutigen Tag geht es bei uns eher darum Kilometer zurückzulegen. Es gibt nicht viel zu sehen und trotz Wolken ist es immer noch sehr heiß. Der Weg führt an der Straße entlang, über Kieswege, Weinberge, Ackerland, Damm und über eine letzte Brücke bis zu unserem heutigen Hotel in Punte della Priulà. Wir versuchen, uns um Claudias Stiefel und Blasen zu kümmern und ein wenig zu entspannen. Ich bin ein wenig enttäuscht vom Traumpfad bisher. Ich wusste, dass der Weg auch über Straßen führt, aber die letzten Tage war es zu viel Straße, zu heiß und viel zu langweilig. Es wird Zeit für die Berge!

Schuhe kaputt!
Schuhe kaputt!

4. Punte della Priulà – Tarzo. 29km.

Zum Glück hatten wir letzte Nacht Gewitter und Regen. Die Temperatur ist jetzt erträglich und zeigt um 7h morgens 20°C. Heute gehen wir es gemütlich an und wandern langsam, Claudia leidet immer noch unter ihren Blasen. Der Kleber, den der Hotelmanager gestern auf die Stiefel aufgetragen hat, hält natürlich nicht lange. Nach einer Stunde müssen wir erneut die Schuhe tapen. Heute regnet es, aber wir ziehen das der Hitze der letzten Tage vor! Einen Vorteil hat die Streckenführung über die vielen Straßen, wir kommen immer wieder an Cafés vorbei und genießen Kaffee oder Eis. Außerdem können wir meist in einem Supermarkt unser Mittagessen einkaufen und dann an einem schönen Platz gemütlich essen. Dies ist auch die erste Etappe, bei der wir anderen Traumpfad-Wanderern begegnen. Sie schauen uns meist etwas verwirrt an oder weisen uns daraufhin, dass wir in die falsche Richtung gehen aber wir machen auch sehr nette Bekanntschaften und bekommen zwei Mars geschenkt.

Dann versuchen wir den Weg zum Agriturismo Le Noci zu finden. Normalerweise geben die Leute hier die Klettersteigsets zurück, die sie einige Tage zuvor in einer Hütte für den berühmten Schiara-Klettersteig gemietet hatten. Die nette Frau ist überrascht, da die Leute normalerweise nur die Sets zurückgeben und der Vertrag vorsieht, dass man sowohl an diesem Ort als auch in der Hütte schlafen müssen. Ganz ausnahmsweise darf ich das Set dann aber auch so mitnehmen.

Vom Le Noci sind es noch 90 Minuten bis zu unserer tollen aber nicht gerade günstigen Unterkunft, dem Ai Pini Bed and Breakfast. Wir haben ein geräumiges und sehr schönes Zimmer, genießen einen leckeren Prosecco (immerhin sind wir in der Prosecco-Region!) und ein leckeres Abendessen. Ein großartiger Abschluss dieses Tages voller netter Menschen und Begegnungen.

5. Tarzo – Rifugio Col Visentin. Der erste Berg. 22km.

Endlich geht es in die Berge! Zumindest zu einem kleinem, dem Nevagal. Die ersten 90 Minuten sind eher leichtes Auf und Ab, sehr grüne Natur und wunderschönes Licht, bis nach Revine, wo wir an einem Brunnen noch einmal die Flaschen auffüllen und trinken. Von dort geht es bergauf bis zu unserer Hütte auf 1764 Metern Höhe mit tollen Ausblicken auf Tarzo. Die Mücken scheinen leider nicht zu bemerken, dass ich das normalerweise eher wirksame No Bite verwendet haben, sie beißen mich so gut sie nur können. Meine Schwester hat Probleme mit ihren Blasen und dann geht auf einmal die Sohle der anderen Schuhe auch noch komplett ab. Plan B muss her und so wandere ich in Claudias Wandersandalen und Claudia läuft mit meinen Stiefeln.

Der Weg wird immer schöner, entlang eines Kamms wandern wir durch die blühende Natur mit Blick auf die kommenden Berge und zurück ins Tal, aus dem wir kommen. Ich bin überglücklich, endlich in den Bergen zu sein. Die Hütte liegt mitten auf dem Berg – genau dort, wo sich alle Antennen befinden. Das Rifugio Col Visentin ist heruntergekommen, die Lager im Keller sind feucht und kalt mit alten und schmutzigen Matratzen. Für Claudia die erste Nacht in einer Hütte und dann noch so eine!

6. Rifugio Col Visentin – Belluno. 17km.

Eine schreckliche Nacht ohne Schlaf. Ich schleiche mich um 5.45 Uhr aus dem Lager und mache draußen ein paar Yogaübungen: Endlich frische Luft. Ein Trailrunner läuft vorbei und ein Hirte ist bereits mit der Schafherde unterwegs.

Wir wandern den Kamm entlang in Richtung Belluno. Trotz Wolken und Nebel können wir die Stadt schon sehen! Ein schöner Weg führt uns durch den Wald und endet an einem Skiort mit Liften. Weiter geht es durch den Wald, aber wir hören immer mehr laute Motorengeräusche.  Als wir zur Straße kommen entdecken wir, dass hier ein Autorennen stattfindet! Was für eine Überraschung, wir müssten ja eigentlich genau hier weiterwandern. Wir verständigen uns mehr schlecht als recht und können ein wenig im Wald weiterlaufen, müssen aber immer wieder warten bis das Rennen endlich zu Ende ist. Wir haben übrigens das jährliche Nevegal-Rennen, die Alpe del Nevegal, erleben dürfen.

Belluno liegt vor einer großartigen Bergkulisse und hat zum Glück auch ein Sportgeschäft, wo wir gute neue Stiefel finden! Jetzt müssen nur noch Claudias Blasen heilen. Sie macht morgen ohnehin noch einen Ruhetag, während ich am zum Rifugio 7´ Alpini wandere, um danach den Klettersteig zu machen. Claudia hat noch keine Klettersteigerfahrung und umfährt diesen daher mit dem Bus und wir treffen uns auf der nächsten Hütte wieder.


Glücklichmacher für Bergliebhaber

Fjella Bergfex Ohrringe, Handgestempelt, Bergschmuck, Bergohrringe

Abschnitt 2: Belluno – Alleghe

7. Belluno – Hütte 7` Alpini. Gewitter. 14km.

Zunächst geht es durch ein paar Vororte, nach 45 Minuten kommt bereits das erste Gewitter und ich stelle mich unter einem Balkon in einem Hauseingang unter. Als es nur noch regnet wandere ich weiter. Ein paar Straßenzüge weiter kommt auch die Sonne wieder hervor und es geht endlich in die Berge. Der Weg ist wunderschön, schmale Pfade, Felsen, Flüsse und die Dolomiten über mir. Nach der Sonne kommt leider wieder ein Gewitter. Ich bin mitten im Wald an der Felswand relativ geschützt, aber die Stimmung ist trotzdem unheimlich, plötzlich ist alles duster und neblig. Nach etwa einer Stunde entscheide ich mich, weiterzuwandern. Es regnet heftig und bald fühlt sich trotz meiner Regenkleidung alles durchnässt an. Es ist dennoch wunderschön im Nebel zu wandern mit den Bergspitzen, den Wolken und Salamandern.

In der Hütte kann meine Kleidung und mich am Ofen erstmal trocknen. Eine Stunde später kommen vier Leute an. Sie haben trotz des Gewitters den Klettersteig gemacht, absolutes No-Go, wenn Gewitter vorhergesagt ist! Sie fanden Zuflucht beim Biwak auf der Schiara für das erste Gewitter, aber für das zweite nur eine Art Höhle. Bald ist der ganze Raum mit Kleidungsstücken gefüllt, die wir versuchen zu trocknen, und wir verbringen einen schönen Abend damit, über die Alpenüberquerung Venedig – München und andere Wanderungen zu plaudern. Abends kommt die Sonne raus und es gibt ein unglaubliches Nebel-Sonne-Spiel! Ich habe Glück und bekomme ein Mehrbettzimmer ganz für mich alleine.

8. Hütte 7 ‚Alpini – Pian de Fontana. 10km mit Klettersteig

Der Himmel ist morgens bewölkt aber meine Wetter-App sagt mir, dass es heute zwar regnen soll aber ohne Gewitter. Ich esse schnell das italienische Frühstück (toller Kaffee plus schlechtes Brot mit Marmelade) und bereite mich auf den Klettersteig vor. Zwei erfahrene Schweizer gehen auch, aber wollen etwas später los. Es ist eine halbe Stunde bis zum Beginn des Schiara Klettersteigs, wo ich in mein Klettersteigset steige und erst starte, als die Schweizer ankommen. Da ich alleine unterwegs bin, ist es viel sicherer für mich, wenn mir noch weitere Kletterer folgen. Der Anfang ist etwas schwieriger, aber dann komme ich in den Flow und genieße es – bis es regnet und meine Hände sehr kalt werden. Aber dann komme ich schon an der Biwakschachtel an, in der ich mich vor Wind und Regen geschützt ausruhen kann. Es ist 11.30 Uhr und ich habe vier Stunden gebraucht, um hierher zu kommen. Noch eine Stunde bis zum Ende des Klettersteigs und noch mindestens drei zur Hütte.

Bald ist dann auch der Klettersteig bereits hinter mir und ich wechsle vom Felsen zu Wiese und blühenden Blumen mitten in den Dolomiten. Es regnet, aber ich bin so glücklich, dass ich trotz des problematischen Wetters den Klettersteig machen konnte. Um 14 Uhr finde ich einen verlassenen Schuppen, in denen ich mich vor dem Regen verstecken und ein wenig ausruhen kann.

Als ich müde werde kommt die Hütte in Sichtweite und 50 Minuten später bin ich schon da, erleichtert meine Schwester zu sehen, die auch gut angekommen ist. Wir teilen uns ein Zimmer mit elf anderen Leuten, die in einer geführten Gruppe wandern, aber das Hauptproblem ist der Mangel an Platz zum Trocknen der Kleidung… Das Rifugio Pian de Fontana ist mit Gruppen ausgebucht! Eine ganz andere Atmosphäre als sonst, aber die Hüttenwirte sind sehr nett und die Zimmer und Matratzen sauber. Claudia brachte uns Grappa von unserem Gastgeber in Belluno mit und wir genießen unsere Halbpension (bestehend aus Primi Piatti, Secondo Piatti, Brot und Dessert – die Italiener können zwar kein Frühstück aber das Abendessen ist dafür umso besser). Am Abend kommen auch die beiden Schweizer vom Klettersteig an und wir lauschen gespannt ihren Geschichten. Einer von ihnen ist Bergführer und befand sich bereits 1982 auf dem Südgipfel des Everest und filmte die erste 360-Grad-Ansicht in dieser Höhe. Mit diesen beeindruckenden Geschichten, etwas Rotwein und dem Grappa fliegt die Zeit.

9. Rifugio Pian de Fontana – Schutzhütte San Sebastiano. 18 km.

Die elf Personen der geführten Gruppe wecken uns um 5 Uhr morgens. Sie wollen um 6 Uhr frühstücken und brauchen erstmal eine Stunde zum Einpacken. Müde stehen wir etwas später auf und genießen das diesmal leckere Frühstück mit Müsli und Yoghurt. Zu Beginn des heutigen Tages steigen wir 800 steile Höhenmetern bis zur Forcella de Zita auf. Wir genießen den Blick dort oben nur kurz, da uns sehr kalt ist. Wir steigen ab, anfangs schwierig und steil, bevor es leichter wird. Bald bekommen wir freie Sicht auf das gesamte Tal und die gigantische Berglandschaft. Hier machen wir dann auch Mittagspause mit Blick, auch wenn es zu kalt ist um lange zu sitzen. Nachdem wir die Ruinen einer verlassenen Festung passiert habe, zieht sich der Weg für mich. Bald können wir aber schon die Passstraße und die Hütte San Sebastiano sehen. Früher und leichter als erwartet kommen wir in der Hütte an und werden herzlich empfangen.

10. Schutzhütte San Sebastiano – Schutzhütte Tissi. Atemberaubende Wanderung unter den Felswänden der Dolomiten. 18km

Die Sonne scheint und nach den ersten 50 Minuten erreichen wir das Rifugio Bruto Carestiato, von dort gehen wir direkt zum Fuße der beeindruckenden Dolomitentürme. Die Moiazza Wände ragen senkrecht über unseren Köpfen auf und es ist unglaublich schön hier. Wir wandern von einem Höhepunkt zum anderen, auf schmalen Pfaden direkt unterhalb der steilen Felsen und ich kann mich kaum satt sehen.

Nach den Moiazza Wänden kehren wir an einer kleinen Hütte ein und erholen uns im Schatten, bevor wir den Torre Venezia halb umrunden und der Weg nun breiter und einfacher wird. Der letzte Anstieg zur Hütte kostet noch einmal Kraft, dann aber sind wir in der Tissi Hütte angekommen. Die Hütte liegt spektakulär: an einem sanft abfallenden Hang auf der einen Seite (die wir hochgekommen sind mit Blick auf die Civetta) und auf der anderen Seite fast senkrecht 1200 Höhenmeter runter bis nach Alleghe und dem Alleghe See. Diese Etappe war eine der schönsten bisher und ich bin wahnsinnig glücklich hier zu sein und die Berge erleben zu dürfen. Wie kann die Natur so magische Orte schaffen!?

Wir genießen den Abend im Gespräch mit zwei schnellen Wanderern, die auch den Traumpfad laufen und ihren Geschichten über die lustigsten und manchmal nervigen Wanderer, die sie auf dem Trail getroffen haben.

11. Rifugio Tissi – Alleghe. 12km

Heute geht es für uns nur noch bergab. Wir wandern zum Coldai See und beschließen dort, die schwierigere aber beeindruckendere Alternative hinunterzugehen statt der einfacheren zu folgen. Die Seilbahn als offizieller Teil des Traumpfades kommt für uns ohnehin nicht in Frage. Der Pfad ist in der Tat sehr steil, schmal und beinhaltet kleine Klettereien! Nach dem steilen Teil führt der Pfad in gleichbleibender Höhe um den Hügel zur Seilbahnstation. Merkwürdig, auf einmal so viele Autos und Menschen zu sehen. Da es noch früh ist, legen wir uns auf die Sonnenliegen und entspannen uns eine Stunde, bevor wir weiter nach Alleghe wandern.

Nach dem üblichen Duschen, Wäsche waschen und Sachen sortieren, versuchen wir einen Ort zu finden, an dem ich meinen Rucksack reparieren kann. Leider ist ein Träger oben gerissen und er hält aktuell nur noch durch den Spanngurt. Es gibt keinen Schuster in Alleghe und nach dem wir in mehreren Läden gefragt haben, ruft die nette Dame der Touristenrezeption eine Schneiderin an, die mir helfen möchte. Ich fahre die 8km mit dem Bus dorthin, aber leider kann sie ihn nicht wirklich nähen. Sie fixiert den Träger zumindest ein wenig und da ich keinen neuen kaufen möchte, entscheide ich mich es auszuprobieren. (Spoiler: der Träger hielt tatsächlich noch ewig! Bis München und darüber hinaus).


Abschnitt 3:  Alleghe – Pfunders (Pustertal)

12. Alleghe – Rifugio Viel del Pan. 24km.

Als wir aufwachen, regnet es heftig und es soll den ganzen Tag weiterregnen. Trotzdem wandern wir natürlich los. Es ist ein leichter Start entlang eines Flusses aber der Regen wird immer stärker. In der nächsten Stadt machen wir erstmal Halt bei einem Kaffee Latte. Leider scheint mein Regenschutz nicht ganz dicht zu sein aber das Restaurant schenkt uns große Plastiktüten für unsere Rucksäcke,bevor wir weiter zu einem Skigebiet wandern. Als es Mittag wird finden wir dort ein schützendes Dach für unser Mittagessen, bevor wir leere Skilifthänge erklimmen und steilere Hänge bis zum Stausee. Gerade als wir um den Stausee herum sind, fängt es an zu hageln. Wir stürmen das Café und trinken heißen Tee und essen einen Strudel. Was für ein Glück wir mit den Cafés heute haben! Das Wetter wird allerdings nicht besser, also beschließen wir nach einer Stunde trotz Regen weiter zu wandern. Es geht noch fast zwei Stunden bergauf, aber irgendwie vergeht die Zeit recht schnell bis wir die schöne, neue Hütte Viel del Pan erreichen. Die Hütte ist eher wie ein Hotel mit sauberen Zimmern, Bettwäsche und heißen Duschen. Wir sind nur zu dritt im Achtbettzimmer und genießen die Ruhe.

13. Rifugio Viel del Pan – Rifugio Pisciadù. Der höchste Punkt des Traumpfades auf dem Piz Boè. 12km.

Oh, was für ein leckeres Frühstück! Nicht nur Joghurt und Müsli, sondern auch „echtes“ Vollkornbrot wie in Deutschland, Kiwi, Nutella, Frischkäse, Saft … ich bin im Frühstückshimmel! Ich esse bis mir schlecht wird bevor wir loswandern, die Sonne scheint wieder und wir freuen uns auf den Tag.

Piz Boé, Alpenüberquerung Traumpfad Venedig-München Weitwanderung
Dort hoch geht es auf den Piz Boé

Von der Hütte auf 2436m wandern wir zum Pordoi-Pass auf 2239m hinunter, nur um dann wieder auf 2848m hochzusteigen, zur Pordoi-Scharte. Der Weg hinauf zur Scharte zieht sich, es ist sehr steil und statt der 4 Minuten mit der Seilbahn brauchen wir anstrengende 90 Minuten. An der Scharte sind wir etwas überfordert mit den Touristenmassen, die von der Seilbahn kommen und teilweise in Shorts und Shirt unterwegs sind – während es hier letzte Nacht geschneit hat und ziemlich kalt ist. Der Gipfel des Piz Boè ist wunderschön mit Puderzucker bedeckt und wir schließen uns den Massen an Richtung Gipfel. Die letzten 300 Höhenmeter zum Piz Boè auf 3152 Metern ist spannend und beinhaltet kurze seilversicherte Stellen. Auf dem Gipfel ist es kalt und überfüllt, also machen wir nur ein paar Fotos, bevor wir uns in der Hütte auf einen Kaffee verstecken.

Dann wandern wir durch Schnee und Eis hinunter zum Rifugio Boè und unserer Mittagspause. Von dort führt uns eine grandiose Wanderung mitten durch den Wilden Westen der Dolomiten! Die Landschaft ist unglaublich und wir kommen aus dem Staunen nicht raus, eine kleine seilversicherte Stelle führt uns schließlich zu unserer Hütte Pisciadù. Die Sonne bringt abends die Berge zum Leuchten und es ist ein traumhafter Abschluss eines tollen Tages. Nur die Nacht ist schrecklich, da ich nicht schlafen kann, da der größte Schnarcher auf der ganzen Welt in einem Etagenbett über mir schläft.

14. Rifugio Pisciadù – Puezhütte – Schlütterhütte – Würzjoch. Zu langer aber schöner Tag. 26km.

Wir stehen um 6 Uhr morgens auf und starten ohne Frühstück. Die Sonne taucht die Dolomiten in ein goldenes Licht, wir müssen aber erstmal sehr steil im Schatten über seilversicherte Stellen absteigen und danach über Steinfelder bis zum Grödner Joch. Obwohl wir noch in Italien sind spricht man in den Hütten deutsch und die Namen der Pässe oder Hütten sind auf Italienisch und Deutsch angegeben – was manchmal Verwirrung stiften kann, da die Namen ziemlich unterschiedlich sein können! Wenn man einen Italiener nach der Schlüterhütte fragt, wird er sie nicht kennen, sondern nur den Namen Rifugio Genova.

Beim Grödner Joch gibt es erstmal Kaffee und ein Croissant zum Frühstück und wir rufen die nächsten Hütten an, um für heute Nacht zu reservieren. Alles ist mehr als ausgebucht, sogar die Notfallplätze, also muss ich am Würzjoch eine Reservierung machen – eigentlich zu weit für einen Tag. Wir müssen also gleich weiterwandern. Der Tag ist sonnig und der Aufstieg zur nächsten Scharte bietet unglaubliche Aussicht auf die Sellagruppe. Wir befinden uns wieder in einer ganz anderen Bergkette, ich finde es so erstaunlich, wie unterschiedlich die Berge sein können nur einen Pass weiter.

Wir wandern an einem See entlang und können schon die Puezhütte sehen, aber es dauert viel länger als gedacht bis wir endlich dort sind. Eine halbe Stunde nach der Puezhütte machen wir an einer Wasserquelle Mittagspause. Wir ruhen uns aus, bevor wir die Wanderung hinauf zur Nives Scharte angehen. Der Aufstieg ist anstrengend aber einfach. Der Abstieg auf der anderen Seite ist jedoch anspruchsvoll. Die 100m Steilstufe hat einige etwas schwierigere seilversicherte Stellen, vor allem der Anfang, an dem man nicht einmal sieht, wo man die Füße hinstellen kann. Für mich kein Problem und meine Schwester kommt mit ein bisschen Hilfe auch gut zurecht. Danach eine kurze Wanderung zur Roa-Scharte bis es weiter durch Geröll und Schutt hinabgeht und endlos den Wasserkofel entlang bis zu einer weiteren Scharte.

Alpenüberquerung Traumpfad Venedig-München Weitwanderung

An der Madalges Alm vorbei geht es zur Schlüterhütte. Wir sind jetzt schon müde und es wäre toll gewesen, heute hier anzuhalten, aber leider gibt es keinen Platz. Wir steigen nochmal 50 Höhenmeter auf bis zur Peitler-Scharte, um dann wieder abzusteigen. Es geht ein leeres Flussbett hinab, sehr anstrengend zu gehen für unsere bereits müden Füße und Beine. Dann wird der Weg leichter im Wald bevor wir noch einmal hinauf müssen. Der Weg zieht sich ewig, da wir inzwischen sehr müde sind. Als wir endlich die Unterkunft sehen, dauert es noch eine halbe Stunde bis wir ankommen.

Aber was für eine Überraschung wartet auf uns. Das „Lager“ ist eigentlich ein Dreibettzimmer nur für uns beide in einem Hinterbereich eines schicken Hotels. Zwei andere Zimmer gibt es dort und wir teilen uns ein tolles Gemeinschaftsbad. Claudia legt sich sofort auf das Sofa direkt vor dem Zimmer und bewegt sich erstmal nicht mehr.

15. Würzjoch – Kreuzwiesenalm.17km

Nach dem verrückt langen Tag gestern schlafen wir aus und genießen das Vier-Sterne-Frühstück. Frischer Obstsalat ist neben dem sehr guten Vollkornbrot mein Favorit. Zum Glück haben wir heute einen sehr kurzen Tag vor uns, da zuerst Verdauungsbedarf besteht. Der Weg ist einfach über sanfte Almwiesen und wir machen viele Pausen. Es ist sehr grün mit viel Ackerland und Kühen.

Am Nachmittag erreichen wir bereits die Kreuzwiesenalm – gerade noch rechtzeitig, bevor alle anderen ankommen, so dass wir uns nicht für die einzige Dusche / Toilette für 25 Personen anstellen müssen. Zumindest die Matratzen sind breit und wir hoffen, heute Nacht schlafen zu können. Ich habe den Blues heute, nach 7 Wochen Wandern und Schlafen in Hütten, sehne ich mich nach Hause, meine Freunde, etwas Komfort und Gemüse. Der Kuchen hilft nicht wirklich dabei mich besser zu fühlen, aber es gibt noch eine gute Gemüsesuppe zum Abendessen, gefolgt von einer großartigen Käseplatte.

16. Kreuzwiesenalm – Pfunders. 25km.

Heute bin ich müde und habe Magenprobleme, mein rechter Zeh schmerzt beim Wandern und es soll wohl den ganzen Tag regnen. Der Weg führt uns über Almen und Wälder bis in den Ort Niedervintl, wo wir im Supermarkt für die kommenden 7 Tage Mittagessen und Snacks einkaufen. Vom Ort führt uns der Weg dann noch weitere 10km bergauf nach Pfunders. Bei dem Regen und meiner aktuellen Laune habe ich wenig Lust auf den unspannenden Weg und bin versucht, den Bus zu nehmen. Zum Glück möchte Claudia weiterwandern und so komme ich nicht allzu sehr in Versuchung.

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Wir wohnen im Wieserhaus und haben wieder ein eigenes Zimmer für uns und ich nutze den Nachmittag, um einfach nur im Bett zu liegen, Schokolade zu essen, zu schlafen und meinen Blog zu schreiben … vor unserem guten Abendessen!


Glücklichmacher für Bergliebhaber

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Abschnitt 4:  Pfunders (Pustertal) – Hall

17. Pfunders – Pfitscher Joch. 20km

Unsere Klamotten sind kaum getrocknet in der Nacht, aber es regnet immer noch, deshalb werden die Stiefel sowieso wieder nass! Wir laufen um 7.30 Uhr los und zum Glück ist der Regen nicht zu schlimm. Wir müssen heute mal wieder einige Höhenmeter aufsteigen, von 1155m auf 2644m. Es ist ein schöner Weg weiter talaufwärts, immer am Fluss entlang. Die Gipfel der Berge sind mit Schnee bedeckt und wir können keine längere Pause einlegen, da es einfach zu kalt ist.

Auf etwa 2000m Höhe beginnen wir im Schnee und Matsch zu wandern. Es sieht wunderschön aus, aber unsere Füße sind in unseren nassen Stiefeln bald sehr kalt. Der letzte Teil bis zur Gliderscharte ist steil und anstrengend und da es oben extrem windig und kalt ist steigen wir schnell wieder ab auf der anderen Seite. Als es wärmer wird essen wir zu Mittag, bevor wir weiter absteigen. Da wir die Hütte bereits gesehen haben und wissen, dass sie nun oberhalb von uns ist, tut jeder verlorene Höhenmeter weh. Wir möchten nicht nach Stein absteigen, sondern haben die Empfehlung bekommen, direkt zum Pfitscher Joch zu wandern, da die Hütte günstig und schön ist.

Knapp 500 Höhenmeter müssen wir nun aber noch einmal hinauf bis zum Pfitscher Joch Haus auf 2251m! Es fängt an zu regnen und zu hageln, es ist unwahrscheinlich kalt und nur schwer zu ertragen. Ich laufe auf Autopilot bis zur Hütte und habe nach der Ankunft große Mühe, die Reißverschlüsse meiner Jacke zu öffnen, da meine Finger zu kalt sind. Aber manchmal bietet einem ein Wanderweg die schönsten Überraschungen, wenn man es am dringendsten benötigt.

„The trail provides“

sagt man auf Englisch und so ist es auch heute. Das Pfitscher Joch Haus erwartet uns nicht nur mit sehr sauberen Zimmern und schönen Duschen, sondern auch einer Sauna! Sie ist im Preis für die Nacht enthalten, jetzt geöffnet und wir sind nur drei Mädels, die sich dort erstmal lange aufwärmen. Etwas Besseres könnte es jetzt nicht geben!

18. Pfitscher Joch – Friesenberghaus. Schnee.17km.

Der Blick aus dem Fenster heute Morgen um 6.30 Uhr zeigt weiß – weißen Schnee und weißen Nebel! Wir sind nur etwa 2250 m hoch, aber es muss die ganze Nacht geschneit haben. Nach nur wenigen Minuten überqueren wir die Grenze nach Österreich, um danach im Nebel erstmal falsch zu laufen. Also wandern wir zurück und versuchen den richtigen Weg zu finden, was im Schnee und Sichtweite von ein paar Metern nicht gerade leicht ist. Als wir allerdings erst einmal drauf sind, ist es einfach, dem Weg und der richtigen Richtung zu folgen! Außerdem fühlt es sich ganz toll an, im frischen Schnee zu wandern! Es gibt noch keine anderen Spuren und der Nebel verschwindet von Zeit zu Zeit, so dass wir die wunderschönen weißen Berge um uns herum bewundern können.

Vor der Olpererhütte besteht der Weg seit 2006 aus geschliffenen Steinen. Mit einer speziellen Maschine wurden sie im Sommer produziert und erlauben uns jetzt, ganz leicht bergan zu laufen, hauptsächlich auf Treppen. Weit unter uns sehen wir den türkisenen und wunderschönen Schlegeisspeicher. Mittags erreichen wir die Olpererhütte und gönnen uns etwas Warmes zu essen. Nach dieser Pause sind es noch zwei leichte Stunden bis zum Friesenberghaus und es sieht so aus, als könnten wir morgen die Scharte überqueren. Während des Mittagessens haben wir bereits die Hütte angerufen und 2 Betten im Schlafsaal reserviert. Es ist ein schönes Lager mit breiten Matratzen, aber sehr, sehr kalt!

19. Friesenberghaus – Lizumer Hütte. Wintertag im August.

Wir waren bereit für einen langen Wandertag über die Scharte und stehen um 6 Uhr morgens auf. Als wir fertig sind, beginnt es zu schneien. Es war schon neblig, aber die schwierige Friesenbergscharte mit einigen Kletterabschnitten ist bei Nässe (plus Schnee plus Kälte) nicht zu machen. Es ist eine schwierige, aber die einzig richtige Entscheidung für unsere Fähigkeiten und unsere Ausrüstung. Wir prüfen schnell die Alternativen, aber da es keinen anderen Weg über den Berg gibt, müssen wir hinunter zum künstlichen Schlegeisspeicher wandern und die Friesenbergscharte umfahren.

Wir brauchen 90 Minuten anstatt 2 Stunden bergab, da wir den Bus um 9 Uhr morgens erreichen möchten. Der Bus bringt uns nach Mayerhofen und ist sehr teuer, da wir einen langen Mauttunnel durchfahren müssen. Zumindest der Busfahrer ist nett und sagt uns, wo wir für den Bus nach Hintertux umsteigen müssen (der schon auf uns wartet). Eine gute Stunde später kommen wir bei den Seilbahnen an und fahren hoch Richtung Tuxergletscher. Sehr teure sieben Minuten! Insgesamt kostet der Umweg der Friesenbergscharte für uns zwei ca. 40 € für Bus und Seilbahn.

Alpenüberquerung Traumpfad Venedig-München Weitwanderung
In der Seilbahn

Eine halbe Stunde später sind wir zu Fuß bei der Tuxer Jochhütte. Von dort müssen wir uns beeilen, denn es ist bereits 12h und der kommende Weg soll 5-6h dauern. Wir wandern im Regen und über endlose Serpentinen die grünen Berge hinauf. Ich bin nass und kalt und fühle mich viel zu müde zum Wandern. Schließlich wird es etwas weniger steil, aber als wir am Sattel ankommen ist auf der anderen Seite alles schneebedeckt. Wir wandern durch Schnee und Nebel in der Kälte und können kaum etwas sehen. Meine Stimmung könnte heute nicht schlechter sein. Wir kommen durch eine Militärzone, in der wir den Wanderweg nicht verlassen dürfen. Ein riesiges Areal ist gesperrt für Trainingszwecke und Schießübungen. Es fühlt sich surreal an, unglaublich was in den wunderschönen Bergen passiert!

Der schneebedeckte Teil endet, aber es bleibt noch sehr anstrengend. Der letzte Teil ist schwer zu finden und wir verlaufen uns mehrmals. Meine Füße sind völlig nass und ich möchte nur, dass dieser Wandertag vorbei ist. Um 16 Uhr sind wir nach 4h in der Hütte (obwohl die Winterhölle sich so viel länger angefühlt hat!). Die Hütte ist sauber und warm, außerdem gibt es einen Trockenraum.

20. Lizumer Hütte – Glungezer Hütte – Tulfeinalm. Sonne und Klettern! 20km.

Was für einen Unterschied eine Nacht machen kann! Der Himmel ist an diesem Morgen blau und meine Stimmung schon viel besser. Nach einem schnellen Frühstück erwartet uns ein langer Tag entlang der 7-TUXer. Wir werden heute sechs der sieben Gipfel (alle zwischen 2500 und 2700 m Höhe) besteigen und wissen nicht einmal, wo wir heute Nacht schlafen sollen (die reguläre Hütte sagte uns, dass sogar ihre „Notfallkapazität“ voll ist). Zuerst müssen wir jedoch einen ziemlich leichten Weg von der Lizumer Hütte auf 2019m zum Naviser Jöchle 2479m hinaufsteigen.

Von dort aus wird der Weg viel schwieriger bis zum ersten Gipfel auf 2796m, der Grafmartspitze. Zwischen den Gipfeln wandern oder klettern, wir auf großen Felsbrocken und Geröll. Die Aussicht ist großartig und wir lieben die Vielfalt und Schwierigkeit des heutigen Weges. Es ist sehr anstrengend für unsere Beine, die jetzt an das Wandern gewöhnt sind, aber nicht so sehr das Klettern! Es ist Samstag, tolles Wetter und Montag ist ein Feiertag in Österreich – was bedeutet, dass viele andere Wanderer unterwegs sind. In der Zwischenzeit gelang es uns auch, einen Platz in einer kleinen Privathütte etwa 90 Minuten weiter unterhalb der Glungezer Hütte zu reservieren.

Wir wurden gewarnt, dass der Weg wegen der Schwierigkeit des Weges und der vielen Auf- und Abstiege eine lange Zeit in Anspruch nehmen wird. Als unsere Beine schwer werden, erreichen wir jedoch bereits die Glungezer Hütte. Von hier aus sind es nur noch 90 Minuten sind und es ist erst 15h30. Für den schwierigen Weg haben wir trotz aller Warnungen nur 8 Stunden gebraucht. Wir wurden von entgegenkommenden Wanderern ausgefragt, wie schwierig die Etappe wird und wie lange sie dauert. Es geht wohl eine Gerücht um, dass drei Männer 18h für die Strecke gebraucht haben und viele haben daher Angst vor der Etappe. Wir sind bereits 3 Wochen auf dem Traumpfad unterwegs und haben uns eine gute Kondition zugelegt, während alle Entgegenkommenden erst eine Woche oder sogar kürzer unterwegs sind – und oftmals noch nicht so fit.

An unserer Hütte angekommen sind wir erschöpft aber gut gelaunt nach diesem tollen Tag. Außer uns sind nur zwei weitere Gäste da und wir haben ein eigenes Zimmer. Es bleibt sogar noch Zeit sich in den Sonnenliegen zu entspannen und die Aussicht zu genießen!

21. Tulfeinalm – Hall. Kurze Wanderung + Städtereise.

Heute schlafen wir aus. Frühstück ist erst um 8 Uhr und wir müssen nur ein paar Stunden auf einem leichten Weg nach Hall hinunter wandern, hauptsächlich durch den Wald.

Wir kommen gegen Mittag an und können bereits unser Zimmer betreten und duschen, bevor wir den Zug nach Innsbruck nehmen. Heute ist Sonntag und morgen ein Feiertag in Österreich, sodass wir für die letzten fünf Tage in den Bergen keine Lebensmittel in Hall kaufen können. In Innsbruck gibt es aber einen offenen Supermarkt am Bahnhof, eine Wäscherei und eine schöne Altstadt!


Abschnitt 5:  Hall – München

22. Hall-Hallerangerhaus. Einfacher Tag.

Obwohl es ein kurzer Tag sein wird, frühstücken wir um 7 Uhr morgens, da ein Gewitter für den Nachmittag angekündigt wird. Heute wandern wir vom Tal auf ca. 500m über eine 2000m hohe Scharte zur Hütte auf 1700m.

Die Region war früher ein Salzminengebiet und viele geschlossene Hütten und Gebäude entlang des Weges erinnern daran. Es ist ein wunderschöner Tag und der Aufstieg ist nicht zu steil. In der Nähe der Scharte regnet es nicht einmal eine halbe Stunde und danach ist das Wetter großartig. Wir genießen das Mittagessen in der Sonne mit Aussicht und ich döse sogar noch eine Weile. Auch wenn das Aufwachen danach einige Zeit in Anspruch nimmt, war es so großartig, sich zu entspannen und einen leichten Wandertag zu genießen. Bald sind wir schon am Hallerangerhaus. Ein paar Yogaübungen und dann genießen wir die Sonne. Wir essen früh und plaudern mit einigen anderen Wanderern. Viele werden die gleiche Tour machen wie wir morgen und sind besorgt über das Wetter und die Länge der Tour.

23. Hallerangerhaus – Karwendelhaus. Anstrengend aber großartig. 15km.

Heute müssen wir 1550m hoch und insgesamt 1550m runter wandern. Nicht gerade wenig, besonders da es durch Geröll und Schutt geht! Wir wandern um 7.15 Uhr los, erstmal auf einem sehr leichten Weg etwa 500 Höhenmeter abwärts mit tollem Ausblick. Dann wird es ernst, wir biegen ins nächste Tal rein und müssen nun 1550hm am Stück hoch. Von leicht wird es schwieriger und schließlich sehr anstrengend, als wir sehr steile Schotter- und Geröllabschnitte erklimmen. Im Schotter rutscht man immer wieder hinunter und auf zwei Schritte hinauf kommt einer nach unten. Viele Wanderer sind hier unterwegs, alle mehr oder weniger angestrengt und jeder kämpft sich auf seine Weise durch. Nach mehreren Stunden sind wir endlich am letzten Abschnitt, einer seilversicherten Stelle zum Schlauchkarsattel. Von dort geht es recht fix und Mittags sitzen wir im Biwak und essen zu Mittag.

Dann lassen wir unsere Rucksäcke im Biwack und klettern weitere hundert Höhenmeter hinauf zur Birkarspitze. Die Aussicht lohnt sich, ein so tolles Panorama und wir vergessen fast den Schmerz des Aufstiegs.

Es war der bisher schwierigste Tag der Alpenüberquerung und jetzt müssen wir noch hinab. Vor allem der Anfang des Abstiegs ist hart und steil, aber es wird immer einfacher und bald kann ich durch den Schutt rennen. Dann erreichen wir die grünen Latschenbäume und wandern weiter bis wir das Karwendelhaus sehen. Leider sind wir noch einige Höhenmeter darüber und müssen noch einmal unsere Beine herausfordern und einen weiteren seilversicherten Abschnitt hinabsteigen, bis wir die Hütte endlich erreichen. Wir übernachten in einem riesigen Lager unter dem Dach, haben aber zum Glück ziemlich gute Plätze bekommen.

24. Karwendelhaus – Vorderriss. Erholungstag. 24km.

Heute frühstücken wir einfach unser Brot auf der Terrasse mit herrlichem Blick auf das Tal und die Berge. Der Traumpfad Venedig-München führt uns dann auf leichtem Weg hinab und nach wenigen Stunden kommen wir in Hinterriss an, einem sehr kleinen Ort mit einem Restaurant. Nach einer Pause geht es noch 10 km weiter, hauptsächlich entlang der Straße. Alle anderen scheinen den Bus zu nehmen und verstehen nicht, warum wir wandern. Wir verstehen nicht, warum man den Bus nimmt… Kurz vor Vorderris überqueren wir die Grenze zu Deutschland, bevor wir in unserer Unterkunft ankommen und zum Glück den Schlafsaal mit sechs Betten und eigenem Bad nur für uns haben! Es ist erst 15 Uhr und ich bin so müde, dass ich nach einer schönen warmen Dusche ein langes Nickerchen mache.

25. Vorderriss – Tutzinger Hütte. Schöner Spaziergang. 18km

Gleich nach dem Frühstück müssen wir einige hundert Höhenmeter erklimmen, auf steilen Serpentinen. Der Blick zurück auf die Berge, das Flussbett und die Wolken belohnt für den Aufstieg. Sobald wir am Sattel sind, geht es langsam durch viel Schlamm hinunter! Wir wandern in die kleine Stadt Jachenau, wo wir im netten kleinen Laden unser Mittagessen einkaufen und im einzigen Restaurant einen Kaffee trinken.

Karwendel,

Danach ist es Zeit, unsere letzte Bergkette zu besteigen. Wir wandern entlang eines kleinen Flusses, weiter hinauf und an einem Wasserfall entlang durch mehr Schlamm. Wir entscheiden uns für den langen Weg und besteigen noch den Gipfel der Benediktenwand bevor wir zur Hütte wandern. Die Wanderung ist traumhaft schön und für uns nicht mehr anstrengend. Die Aussicht ist großartig, auf der einen Seite zurück zu den Bergen, aus denen wir kamen, auf der anderen auf den Starnberger See.

Dann geht es hinunter zur Hütte, die zwar direkt unterhalb des Gipfels liegt, aber einige hundert Höhenmeter weiter unten.  Die Hütte ist schön sauber und warm mit netten Hüttenwirten. Das Abendessen ist sehr lecker und wir haben nette Gesellschaft.

26. Tutzinger Hütte – Bad Tölz. 21km

Von der Tutzinger Hütte führt uns der Weg noch ein letztes Mal hinauf zum Gipfel des Brauneck, gefolgt von einem sehr langem Abstieg. Meine Knie haben keine Lust mehr auf bergab gehen und im steinigen Gelände rutsche ich sogar aus. Endlich an der Isar angekommen machen wir eine Pause am Ufer und stecken die Füße ins kühle Wasser. Noch 10km sind es entlang der Isar bis nach Bad Tölz, wo es erstmal Eis gibt und dann Kaiserschmarrn zum Abendessen.

27. Bad Tölz – Kloster Schäftlarn. 40km.

Es gibt nicht mehr viel zu erzählen. Unsere Geschichte des Traumpfades endet morgen und wir haben uns entschlossen, heute 40 km zu wandern, sodass wir am nächsten Tag früh in München ankommen. Es ist sehr flach, aber die 40 km ziehen sich endlos durch unspektakuläre Wälder und entlang der Isar bis zum Kloster Schäftlarn.

An der Isar

28. Kloster Schäftlarn – München. 22km.

Laut Wanderführer sind es noch 5h30 bis nach München, wieder entlang der uns inzwischen bekannten Isar. Es ist Sonntag und wir treffen viele Läufer, Wanderer, Spaziergänger unterwegs. Wir werden immer aufgeregter, als wir uns München nähern und endlich unser Ziel erreichen, den Marienplatz. Wie der Start ist auch das Ende inmitten von Touristen. Nach ein paar Fotos gönnen wir uns wahnsinnig teuren Kaffee und Kuchen mit Blick auf den Marienplatz. Das war es – das Abenteuer Venedig nach München komplett zu Fuß in 28 Tagen!

Dann ist es Zeit, sich zu verabschieden. Meine Schwester fährt mit dem Zug zurück nach Hamburg und ich treffen mich noch mit Freunden bevor meine Reise noch weiter geht. Aber das ist eine andere Geschichte.


Infos und Ratgeber Alpenüberquerung Venedig-München

Es gibt viele Seiten und Tipps zur Alpenüberquerung von München nach Venedig. Hier ein paar Tipps aus meiner Sichtweise, besonders im Hinblick auf die andere Wanderrichtung nach Norden.

Die Route

Der Traumpfad Venedig-München führt in circa 29 Etappen durch 3 Länder von Venedig nach München – oder umgekehrt. Laut meinem Rother Wanderführer kommen von Venedig nach München dabei 554km, 25.000hm hoch und 22.200hm runter zusammen – durch das Karwendel, die Tuxer Alpen und die Dolomiten. Wer keine Seilbahn oder Busse nutzt, macht noch ein paar Kilometer mehr, denn diese sind ab und an Bestandteil des Traumpfades, auch im Rother Wanderführer.

Es gibt immer wieder Optionen, den Traumpfad in Abschnitte zu unterteilen, wer also keine vier Wochen am Stück Zeit hat, kann den Weg auch etappenweise gehen. Viele wandern auch nur den Abschnitt zwischen Bad Tölz und Belluno.

Glücklichmacher für Bergliebhaber


Die Richtung

Vorteile der Alpenüberquerung von Venedig nach München:

  • Der Starttermin steht fest und so kann ein Flug nach Venedig oder die Bahnfahrt zu einem günstigen Tarif frühzeitig gebucht werden.
  • Da man immer ein paar Tage Puffer zu seiner geplanten Zeit haben sollte (mehr oder weniger!), ist es praktisch, in der Abreise flexibel zu sein. Von München ist es für die meisten einfacher, ein günstiges Ticket zur Abreise vor Ort zu erhalten als von Venedig.
  • Die Masse der Alpenüberquerer und ALLE Gruppen laufen von München nach Süden. Von Venedig läufst du ihnen entgegen und hast so manchmal entspanntere Wanderstunden, vor allem morgens, wenn du in die andere Richtung startest als alle anderen in der Hütte.
  • Die Hütten sind natürlich gleich voll 🙂 Du kannst dich daher abends wunderbar über den kommenden Abschnitt mit den anderen Traumpfad-Wanderern unterhalten und viele Tipps einsammeln. Außerdem bist du der Star, denn du hast wertvolle Hinweise für alle Anwesenden, schließlich kommst du aus der Richtung, in die alle möchten.
  • … Aber du siehst die anderen Wanderer dann nicht täglich wieder. Je nachdem was für ein Erlebnis du suchst, ist das natürlich ein Vorteil oder Nachteil. Wir wollten intensiv die Natur genießen und keinen Wettbewerb, wie weit und schnell heute jemand anderes gewandert ist. Wir suchten keinen längerfristigen Anschluss sondern eher nette Gespräche am Abend, die wir immer gefunden haben.
  • Nach Norden ist in Europa grundsätzlich die Sonne eher hinter dir und wärmt deinen Rücken anstatt zu blenden.
  • Der Schiara Klettersteig wird in die „richtige“ Richtung begangen, d.h. aufwärts und etwas einfacher. Außerdem beginnst du gleich am Anfang des Tages noch frisch mit dem Klettersteig anstatt ihn nach mehreren Stunden Wanderung anzugehen. Das Klettersteigset kannst du auch andersherum ausleihen (ich empfehle dazu das Agriturismo Le Noci vorher zu kontaktierten) und falls du den Klettersteig mit dem Bus umfahren willst, ist das von Belluno aus einfacher.
  • Bei der Überquerung der Friesenbergscharte wird die seilversicherte Stelle mit Tritthilfen im Aufstieg begangen
  • Beim langen aber tollen Abschnitt entlang der 7 Tuxer ist man bereits fit und ausdauernd genug für die vielen Anstiege

Nachteile der Alpenüberquerung von Venedig nach München:

  • Wenn du auf der Suche bist nach Weggefährten oder dich täglich über die gleichen Mitwanderer freust, dann rate ich dir unbedingt von München nach Venedig zu wandern!
  • Manche seilversicherten Stellen in den Dolomiten sind Richtung München schwieriger im Abstieg zu begehen. So zum Beispiel der Abstieg von der Nives Scharte, der ganz am Anfang durch die mangelnde Sicht auf die nächsten Tritte für meine Schwester ein Problem war. Mit meiner Hilfe aber dann machbar. Alternativ sollte dieser von wenig Erfahrenen ohnehin umgangen werden (dies ist ohne Probleme möglich, die Variante wird im Rother empfohlen für Schlechtwetter oder Unerfahrene).
  • Der Aufstieg vom Hallerangerhaus zur Birkkarspitze zieht sich deutlich länger und hat mehr Höhenmeter im langen Aufstieg als in umgekehrter Richtung. Allerdings ist der abschließende seilversicherte Aufstieg zum Schlauchkarsattel wiederum einfacher (als der Abstieg von der anderen Richtung).

Es gibt in beide Richtungen Problemstellen, die in die eine oder andere Richtung einfacher oder schwieriger sind. Insgesamt gesehen, ist der Unterschied daher in dieser Hinsicht nicht sehr groß! Falls du grundsätzlich unsicher bist, ob du die seilversicherten Stellen schaffst, rate ich dir entweder vor deiner Tour Erfahrung und Übung zu sammeln oder die Stellen zu umgehen – egal in welche Richtung du gehst!

Beste Jahreszeit

Der komplette Weg ist in den meisten Jahren zwischen Anfang Juli und Mitte September gut begehbar. Dann haben alle Hütten Saison und Schnee ist auch in höheren Lagen eher selten. Ich bin den Weg Ende Juli gestartet und es war alles von Sonne über Regen, Hagel und Schnee dabei. Das Bergwetter sollte immer im Auge behalten werden, die Hüttenwirte sind hier erster Ansprechpartner neben eurer Wetter-App.

Schwierigkeit

Die Alpenüberquerung ist eine konditionell fordernde Fernwanderung. Durchschnittlich werden in ca 7 Stunden Gehzeit 1000 hm Aufstieg und 1000 hm Abstieg pro Tag zurückgelegt. Manche Tage sind länger und anspruchsvoller, manche kürzer. Einige Etappen kann man allerdings auch verkürzen mit Zwischenübernachtungen oder zu einem Tag zusammenlegen. Einige Etappen erfordern zusätzlich alpine Erfahrung, Orientierungssinn und Trittsicherheit. Für einige besonders schwierige Stellen gibt es allerdings auch alternative Routen, so dass der Weg auch für weniger bergerfahrene Wanderer machbar ist. Zum Beispiel ist meine Schwester den Schiara Klettersteig mit dem Bus umfahren.

Klettersteig Schiara Richtung Norden

Der Klettersteig selbst ist Richtung München leichter zu gehen, da er in der üblichen Richtung, also hinauf, begangen wird. Außerdem beginnst du gleich am Anfang des Tages noch frisch mit dem Klettersteig anstatt ihn nach mehreren Stunden Wanderung anzugehen. Falls du den Kletterstseig umfahren möchtest, ist das ohne Problem mit dem Bus von Belluno aus machbar. Auch das Klettersteigset konnte ich mir auf umgekehrtem Weg ausleihen. Hierzu am besten vorher die Unterkunft Le Noci kontaktieren.

Übernachtung und Verpflegung

Auf dem Traumpfad München-Venedig ist man bis auf die Anfangs- und Endetappen meist 5-6 Tage am Stück in den Bergen. Es wird hauptsächlich in Hütten übernachtet, die alle auch Verpflegung anbieten. Wir haben meistens in den Orten Proviant für mittags und Snacks eingekauft und in den Hütten gefrühstückt und zu Abend gegessen.

Eine DAV Mitgliedschaft lohnt sich meist schon ab mehreren Hüttennächten finanziell gesehen, ich bin auch aus Überzeugung und Bergfan DAV Mitglied. Was für Regeln so auf einer Hütte gelten erfährst du übrigens hier.

Wanderführer & Wegfindung

Ich bin Fan der Rother Wanderführer (unbezahlte und unbeauftrage Werbung!) und habe den Rother München-Venedig genutzt – auch wenn ich den Weg anders herum gewandert bin. Es sind sehr viele Tipps und Hinweise für Unterkünfte, Verpflegung, Wasserquellen und Alternativen enthalten. Die meisten Abschnitte folgen gut markierten Wanderwegen, so dass man die Wegfindung nicht unbedingt mit dem Buch machen muss (und rückwärts lesen) sondern einfach den Wegnummern folgen kann. Außerdem nutze ich zur Navigation die Outdooractive App, dort habe ich mir den GPS Track runtergeladen und auch die Karte zur Offline Nutzung. Außerdem nutze ich als Back Up immer die App Maps.Me, auch wenn die Höhenlinien fehlen ist es eine der besten Apps zur schnellen Wegfindung und Einschätzung der Länge einer Etappe.

Ausrüstung

Eine Packliste für Alpenüberquerungen und Hüttentouren findest du hier auf unserem Blog.


Hast du noch Fragen zur Alpenüberquerung Venedig-München? Ich freue mich, wenn ich dir weiterhelfen kann.

 

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2 Comments

  1. Meine Liebe Fjella… Interessant deinen Bericht zu lesen bin ich doch gerade auch auf dem weg allerdings von oben nach unten. Seit Tagen hadere ich mit dem schiara klettersteig. Kannst du mir etwas dazu sagen oder raten? Bisher hatte ich auf dem weg keinerlei Probleme (ausser gelegentliche Atemnot bergauf:)) ist er zu bewältigen? Aus der friesenbergscharte würde ja auch so ein bohai gemacht ich fand sie schön aber nicht knifflig oder so. Liebe grüße vom Refugio viel dal pan:), Bianca

    1. Liebe Bianca, da ich dich nicht kenne und deine Fähigkeiten nicht einschätzen kann, kann ich dir da leider keinen Rat geben. Der Schiara Klettersteig ist mit der Kategorie C schon recht anspruchsvoll und wird im Abstieg begangen wenn man von Norden nach Süden wandert, was ihn nochmal schwieriger macht. Wer Erfahrung mit Klettersteigen hat, wird gut damit zurecht kommen. Ansonsten kann ich dir nicht guten Gewissens dazu raten. Noch eine tolle Zeit in den Bergen! Bettina

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