Top 4 Winterwanderungen im Bayerischen Wald: Einsam und wildromantisch

Ausblick vom Siebensteinkopf, Schneeschuhwandern und Winterwandern Bayerischer Wald

Schon vier Stunden stapfe ich durch das Winterwonderland, vorbei an beeindruckenden Felsformationen und verschneiten Bächen. Schon vier Stunden bin ich komplett alleine unterwegs und genieße die Stille. Andere Wanderer? Fehlanzeige! Das Knirschen des Schnees unter meinen Füßen, das Zwitschern der Vögel, die Ruhe der Natur kann ich ganz alleine genießen. Winterwandern im Bayerischen Wald ist Urlaub ganz nach meinem Geschmack.

Meine schönsten Wintertouren im Bayerischen Wald können alle mit dem öffentlichen Bus erreicht werden. Natürlich könnt ihr die Wanderungen auch bequem im Sommer machen, wunderschön sind sie dann auch, nur nicht mehr so einsam! Zum Glück haben noch nicht so viele Leute das Wandern auf Schneeschuhen im Bayerischen Wald für sich entdeckt.

Winterwanderung im Bayerischen Wald durch die wildromantische Steinklamm

Die Steinklamm ist eine zum großen Teil noch naturbelassene bis zu 100m tiefe romantische Felsschlucht. Entlang der Großen Ohe ist diese Wanderung im Sommer sehr beliebt – im Winter aber sehr wenig begangen! Diese Rundwanderung führt auf einem 7km langen Waldweg von Spiegelau durch die Steinklamm.

Wir verlassen Spiegelau Richtung Kreisverkehr und biegen kurz vor dem Schnapsmuseum nach rechts ab, die Treppen hinauf. Kurz darauf biegen wir wieder rechts ab und nehmen dann den Wanderweg nach rechts. Hier sollten je nach Bedingungen die Schneeschuhe angeschnallt werden. In einem großen Bogen führt der Weg durch schönsten Wald, der Schnee knirscht leise unter den Füßen. Der Weg führt nun leicht abwärts, über die Bahngleise und dann zum Kanal, dem wir nun bis zum Stausee Großarmschlag folgen.

Dort rechts halten und einem kleinen Wanderweg wieder zurück entlang der Großen Ohe folgen. Bei der Brücke über die Große Ohe ist ein wunderschöner Rastplatz, bevor das Abenteuer Steinklamm startet. Je nach Bedingungen wandert man von dort auf schmalen Pfaden immer entlang der Großen Ohe flussaufwärts. Bei Neuschnee muss gut auf die Markierung geachtet werden, ab und an versperren uns Äste oder gar Bäume im Winter den Weg – ein wenig kraxeln oder Drumherum wandern ist notwendig! Es gibt einige Treppenstufen, die bei ausreichend Schnee genug zugeschneit sind, um sie ohne Probleme mit Schneeschuhen zu überwinden. Bei schmalen Stellen vorsichtig sein und das Geländer oder die Drahtseile nutzen. Vorsicht vor Löchern!  Eine Winterwanderung durch die Steinklamm bedeutet Abenteuer! Kurz nachdem wir die schwierigste und schmalste Stelle überwunden haben, biegen wir nach links ab und steigen kurz steil auf. Dann haben wir schon die Straße erreicht und können die Schneeschuhe abschnallen und zurück zum Ortszentrum wandern.

Kurzinfos:

  • Start & Ende: Spiegelau (Parkplätze beim Glaszentrum vorhanden oder Bus)
  • Länge: 7km
  • Gehzeit: 3-4 Stunden
  • Route auf Outdooractive: http://out.ac/eiBwT
  • Im Winter empfehle ich aufgrund der Rutschgefahr, die Steinklamm flußaufwärts zu durchqueren (empfohlene Laufrichtung wie oben beschrieben).
  • Bitte beachten: Diese Winterwanderung durch die Steinklamm nur bei ausreichender Schneedecke begehen und Vorsicht walten lassen! Bei wenig Schnee und Frost kann der Abschnitt durch die Steinklamm sehr eisig und rutschig werden und sollte nicht begangen werden.

Schneeschuhtour durchs Felswandergebiet vom Nationalparkzentrum Lusen nach Mauth

Die Wanderung durch das einsame Felswandergebiet gehört im Winter zu den einsamsten Wanderungen im Bayerischen Wald. Stundenlang begegnet man dort kaum einer Menschenseele und kann die Natur in vollen Zügen genießen bevor man in Mauth bei leckerem Kuchen den Winterwandertag abschließt.

Wir wandern vom Parkplatz des Nationalparkzentrums Lusen in Nordöstlicher Richtung bis zum Parkplatz Sagwassersäge. Von dort wandern wir am Seebach entlang durch den artenreichem Fichten-Buchen-Tannenmischwald, überqueren den Fluss und wandern hinauf zur Ochsenriegelschutzhütte, einem geschützten Pausenplatz. Von hier geht es weiter geradeaus bis zu den urwaldartigen Wälder des Felswandergebietes. Der Pfad führt über Felsstufen hinauf zur Kleinen Kanzel, je nach Schneelage sind die Stufen hier erkennbar und Vorsicht ist vor allem bei den teilweise steilen Aufstiegen geboten.

Für kurze Zeit verläuft der Pfad durch hohe Felsblöcke, vorbei an eindrucksvollen Felsgruppen aus Granit, bevor man wieder durch schönen Bergmischwald in Richtung Jugendwaldheim hinabsteigt. Jetzt können wir erst einmal wieder leichter ausschreiten und dem breiten Weg bis zur Grossen Kanzel (1002m) folgen. Die letzten Meter bis zum Gipfel sind nur bei guter Trittsicherheit und guten Bedingungen (Eisfreiheit) zu empfehlen.

Nun folgt ein langer grader Weg bis zum Taferl, hier biegen wir ab und wandern noch einmal die Steinerne Stiege für eine kurze Strecke bergauf. Nun geht es nur noch bergab bis zum P+R Parkplatz in Mauth. Wer den köstlichen Kuchen im Café Beer genießen möchte, sollte noch weiter durch den Ort wandern!

Kurzinfos:

  • Start: Nationalparkzentrum Lusen (Parkplätze & Busverbindung)
  • Ende: Mauth (Parkplätze & Busverbindung zurück zum Nationalparkzentrum Lusen)
  • Länge: 9km
  • Gehzeit: 4 Stunden
  • Route auf Outdooractive: http://out.ac/crMzT
  • Große Kanzel nicht bei Eis begehen, Schwindelfreiheit notwendig
  • Geschützte Pausenmöglichkeit bei der Schutzhütte Ochsenriegel
  • Einkehr in Mauth: ich empfehle das Cafe Beer mit sensationellem Kuchen!
  • Empfehlungen für das Nationalparkzentrum Lusen:
    • Baumwipfelpfad (Zahlungspflichtig) (1300m lang)
    • Tierfreigehege (kostenfrei) mit 45 einheimischen Tierarten wie Braunbär, Luchs, Elch

Mit Schneeschuhen auf den Lusen im Bayerischen Wald

Im Sommer sehr überlaufen, im Winter unsere Top Empfehlung für eine der schönsten Schneeschuhwanderungen im Bayerischen Wald! Die Besteigung des Lusengipfels (1373m) auf dem „Sommerwanderweg“ ist eine kaum begangene Variante und bei guter Sicht belohnt sie mit großartigem Blick auf weite Teile des Bayerwaldes und Böhmerwaldes.

An der Bushaltestelle Fredenbrücke überqueren wir die Kleine Ohe und wandern am schmalen romantischem Pfad immer flußaufwärts durch die verschneite Landschaft. Hier sind Schneeschuhe meistens notwendig, der Pfad ist kaum begangen und daher oftmals noch recht tief verschneit.  Wir erreichen die Martinsklause, einem künstlichen Stausee, der früher für die Holztrift genutzt wurde. Hier wird der Weg nun anspruchsvoll, immer steiler führt er hinauf mit großartigen Ausblicken. Wir durchschreiten das Teufelsloch, einer höhlenartigen Vertiefung inmitten von Granitfelsen und steigen dann in Serpentinen weiter bergan. Der Weg wird nun flacher bis wir die Glasarche und eine Schutzhütte erreichen. Bis hierher ist man meistens alleine unterwegs, an der Schutzhütte stoßen nun am Wochenende auch Wanderer vom einfacherer Böhmerweg hinzu.

Nun führt der Weg fast schnurgrade auf den Lusengipfel. Der Hochwaldsteig führt durch eine Schneise durch den Wald und der Gipfel ist schon von weitem gut sichtbar. Die steile Himmelsleiter zum Abschluss ist bei Schnee kaum zu erkennen, die Felsstufen aus Granit sind meist zugeschneit. Jetzt heißt es nochmal alle Kräfte bündeln und den letzten Anstieg meistern bis man auf 1373m Höhe auf dem Lusengipfel steht! Von hier genießt man einen großartigen 360° Panoramablick. Meist ist es sehr windig und kalt auf dem Gipfel, daher ist es perfekt, dass das Lusenschutzhaus keine 5 Minuten entfernt ist.

Nach einer wohlverdienten Pause steigen wir auf einem breiten Winterwanderweg hinab. Bei Waldhausreibe gilt es sich zu entscheiden: entweder weiter auf dem einfachen Winterwanderweg bis nach Waldhäuser, oder noch einmal auf unbegangenen Pfaden über Waldhäuserriegel nach Waldhäuser.

Kurzinfos:

  • Start: Fredenbrücke Bushaltestelle (Alternativ für eine Rundwanderung Waldhäuser und über Alternativwanderweg zur Martinsklause)
  • Ende: Waldhäuser (Parkplätze und Bushaltestelle)
  • Länge: 10km
  • Gehzeit: 5 Stunden
  • Route auf Outdooractive: http://out.ac/ciwdc
  • Gemütliche Einkehr im Lusenschutzhaus im Winter nur am Wochenende möglich. Geschützte Pausenmöglichkeit ist immer vorhanden.

Winterwandern auf den Siebensteinkopf im Bayerischen Wald

Noch ein Geheimtipp: die Winterwanderung auf den Siebensteinkopf (1263m) im Bayerischen Wald.

Wir starten am Parkplatz am Ortsende von Finsterau und folgen dem Zametzer Steig durch den Wald bis zur Alten Klause. Hier überqueren wir den Reschbach und folgen einem traumhaft schönem Pfad entlang des Reschbachs sanft bergan bis zur Reschbachklause. Hier gibt es einen Unterstand, bei schönem Wetter bietet sich aber eine Pause direkt am Stausee an.

Weiter bergan geht es durch den lichten Wald bis zum Gipfel des Siebensteinkopf (1263m), den wir nach circa 2 Stunden erreichen. Der Weg bis zum Gipfel und der Ausblick von hier zeigen die Entwicklung des Bayerischen Waldes: hier gilt seit 1970 „Natur Natur sein lassen“ und so wurde auch der Borkenkäfer nicht bekämpft, durch den viele Bäume abgestorben sind. Offenkundig wird hier, wie der Wald trotzdem nachwächst und wieder so richtig „Ur“wald ist.

Blick vom Gipfel des Siebensteinkopf auf den Lusen

Nach der Gipfelpause steigen wir auf der anderen Seite Richtung Buċina ab. Wir erreichen die Grenze und wer möchte, wandert hier noch ein wenig weiter bis zum Hotel Alpenblick (Alpská Vyhlídka). Hier kann man vortrefflich Einkehr und sich aufwärmen. Danach geht es zurück zur Grenze und am symbolischen Eisernen Vorhang steigen wir die Buchwaldloipe hinab bis zur Teufelsbachklause. Nun wandern wir weiter durch den Finsterauer Filz, ein beeindruckend schönes Moorgebiet. Von hier ist es nicht mehr weit zurück nach Finsterau.

Kurzinfos:

  • Start & Ende: Finsterau
  • Länge: 10km
  • Gehzeit: 5 Stunden
  • Route auf Outdooractive: http://out.ac/ei9Et
  • Einkehrmöglichkeit bei Bucina (Tschechien), kurzer Umweg
  • In Finsterau gibt es auch tolle Loipen und Skatingstrecken

 

Informationen zum Winterwandern im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald ist das ideale Ziel zum unbeschwerten Winterwandern. Das Mittelgebirge im Osten Bayerns bietet eine ursprüngliche Natur und ist im Vergleich zu vielen Gebieten in den Alpen noch wildromantisch. Durch die geringe Höhenlage ist man hier außerdem recht sicher vor Lawinen und kann ein gut ausgeschildertes Netz an Wanderwegen nutzen. Vorsicht ist hier vor allem in den vielen Waldgebieten nach starken Schneefällen durch Schneebruch geboten.

Beim Winterwandern kommt es ganz besonders auf die Kleidung an! Hier gilt wie immer das Zwiebelprinzip, alle Infos und eine Packliste für Winterwanderungen und Schneeschuhtouren findest du hier.

 

Warst du schon Winterwandern im Bayerischen Wald und kannst noch eine schöne Tour empfehlen? Hast du noch eine Frage? Schreib uns einfach über die Kommentarfunktion!

2 Comments

    1. Hallo Markus, vielen lieben Dank für dein Feedback und viel Vergnügen auf den Touren! Hoffentlich fällt noch mehr Schnee 🙂 Liebe Grüße Bettina

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