Bergträume in Afrika – Mount Meru & Kilimandscharo

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Gruppenfoto am Uhuru Peak, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route Unsere ganze Gruppe hat es geschafft, dank unseren tollen und erfahrenen Guides

Die Tränen laufen nur so an mir runter. Ich kann sie nicht stoppen, ich habe meinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Auf 5,889 Metern Höhe stehe ich und sollte glücklich sein über meinen Gipfelerfolg. Stattdessen stehe ich total neben mir und schaffe es gerade noch ein schiefes Lächeln herauszubringen für das Foto am Uhuru Peak, dem Gipfel des Kilimandscharo. Dann werde ich sofort wieder runter geschickt, eine halbe Stunde noch laufen die Tränen ohne dass ich sie irgendwie unter Kontrolle bringen könnte. Das Gipfelerlebnis am Kilimandscharo war ganz anders als erwartet, Glücksgefühl und Zufriedenheit stellte sich bei mir erst am nächsten Tag ein. Mit dem Kilimandscharo fühle ich mich seitdem trotzdem verbunden, noch heute bin ich stolz und glücklich darüber, am Gipfel gewesen zu sein.

Das Dach Afrikas, der Kilimandscharo ist einer der 7 Summits, der höchste Berg von einem der 7 Kontinente. Kili nenne ich ihn eigentlich nur noch liebevoll, seitdem dieser Bergtraum für mich 2014 Realität wurde. Nicht nur traumhaft war es, zwischendurch auch anstrengend und quälend, damals war ich lange noch nicht so fit und bergerfahren wie heute. 5,895m ist der Uhuru Gipfel des Kili hoch, die Luft dort oben wahnsinnig dünn, die Aussicht wahnsinnig spektakulär. Schon 1889 wurde der Kili das erste Mal bestiegen, mein Gipfelerfolg reiht sich nur ein in eine Folge von tausenden, nein gar mehreren zehntausenden neuen Bergsteigern jedes Jahr. Für mich persönlich aber eine bedeutende Erinnerung, ein einmaliges Erlebnis. Mindestens ebenso schön und vielleicht sogar noch eindringlicher erlebt habe ich aber die Besteigung des Mount Meru. Mit 4,562m der dritthöchste Berg Tansanias, mitten im tierreichen Arusha Nationalpark gelegen, eignet er sich ideal zur Akklimatisierung.

Weihnachten 2013 starte ich in mein Tansania Erlebnis. Nach einem Tag Entspannung geht es auf zunächst auf den Mount Meru bevor der Kili in Angriff genommen wird. Die Reise wurde organisiert und durchgeführt von Weltweitwandern, einer Reiseagentur in Österreich.

Hüttenwanderung auf den Mount Meru

Im Norden von Tansania, unweit des Kilimandscharo liegt der Vulkan Mount Meru. Er bietet nicht nur ideale Bedingungen zur Akklimatisierung für die Kilimandscharo Gipfelbesteigung sondern auch eine beeindruckende Wanderung mit einem ganz besonderen Gipfelerlebnis.

Start ist auf 1500m Höhe am Momella Gate. Aufgrund der vielen Tiere im Arusha Nationalpark ist eine Wanderung hier nur mit Ranger erlaubt, auf den wir hier erstmal ein paar Stunden warten müssen. Begeistert sind wir dann allerdings doch inmitten der Warterei, als auf einmal Reinhold Messner auftaucht und sogar kurz für ein paar Fotos zur Verfügung steht. Ein besseres Omen für unser Abenteuer gibt es wohl kaum!

Erster Blick auf den Mount Meru, Tansania, Afrika
Erster Blick auf den Mount Meru

Arusha Nationalpark Guidelines, Höhenangaben

Reinhold Messner, Arusha Nationalpark, Afrika, Tansania
Wow, ich hab ihn getroffen! Mit Reinhold Messner am Momella Gate

Am frühen Nachmittag geht es dann auch endlich los. Es ist sehr warm und der Weg führt zunächst über die Momella Ebene, mit riesigen Bäumen und witzigen Affen, die uns erheitern. Ich bin ziemlich müde und komme nicht so richtig in die Gänge, das lange Warten und die Hitze haben mich ganz schlapp gemacht und so zieht sich die Wanderung. Stolze 1,000hm müssen wir diesen Nachmittag noch bewältigen, die tolle Landschaft lenkt mich zum Glück immer wieder von der Anstrengung ab und hunderte von Fotos muss ich ohnehin machen.

Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Märchenhafter Regenwald im Arusha Nationalpark

Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika

Nach den ersten 1000 Höhenmetern kommen wir auf der Miriakamba Hütte an. Einfache aber saubere Räume erwarten uns und sogar fließend Wasser gibt es zum Säubern! Wir sind nur zu zweit in einem Vierbettzimmer, aber so hellhörig wie die Hütte ist könnten wir genauso gut mit allen anderen in einem Raum schlafen. Der Koch kann zaubern und tischt uns sehr gutes Essen auf.

Gipfel Mount Meru und Miriakamba Hütte, Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Blick auf den Gipfel des Mount Meru von der Miriakamba Hütte
Hier wird das Packgewicht jedes Trägers gewogen – und hoffentlich die Höchstgrenze respektiert!
Miriakamba Hütte, Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Abendessen in der Miriakamba Hütte

Am nächsten Tag geht es auch schon weiter mit den Höhenmetern, weitere 1,000hm führen uns heute zur Saddle Hut auf 3500hm. Die Ausblicke unterwegs sind gigantisch, den Kilimandscharo haben wir immer wieder im Blick bei strahlend blauem Himmel. Im grünen Regenwald vergesse ich komplett, dass wir eigentlich gerade Dezember und Weihnachten haben.

Am Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Mit unserem Guide Allan, seinem Sohn Brian und dem Nationalpark Ranger und seinem Weltkriegsgewehr – im Hintergrund der Kilimandscharo
Wandern am Mount Meru mit Kilimandscharo Blick, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Hoch geht’s durch den Regenwald mit Blick auf den Kilimandscharo

Regenwald am Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika

Träger am Mount Meru, Tansania, Afrika
Die Träger haben so einige Lasten zu schleppen für uns
Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Kleine Wegbegleiter
Saddle Hut am Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Angekommen an der Saddle Hut
Zimmer Saddle Hut am Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Unser Zimmer in der Saddle Hut

Nach einer Paus besteigen wir am Nachmittag von der Saddle Hut durch Nebelschwaden den Little Meru, der kleine Gipfel mit 3820hm.

Little Meru im Nebel, Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Durch Nebelschwaden auf den Little Meru

Little Meru, Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika

Gipfelfoto am Little Meru, Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Am Gipfel des Kleinen Meru mit den Guides

Danach heißt es aber schnell schlafen, oder zumindest im Bett ausruhen. Denn um 2h morgens geht es bereits auf zum Gipfelsturm! Ich habe kaum geschlafen und trotte hinter den anderen vor mich hin. Zunächst ist es ziemlich einfach, aber der Weg wird immer schwieriger. Ich habe keine Erfahrung damit, im Dunkeln zu wandern und ein Grat wirkt auf einmal sehr furchteinflössend auf mich. Im Dunkeln erkenne ich nur, dass es links und rechts steil hinabgeht und dann muss ich auch noch klettern! Meine Mitstreiter helfen mir zum Glück und zeigen mir Schritt für Schritt, wo ich meine Füße hinsetzen soll. Ich bekämpfe meine Angst und steige weiter, immer weiter, meine Beine sind müde aber als uns der Sonnenaufgang kurz vor dem Gipfel begrüßt ist alle Müdigkeit auf einmal verflogen. Wie könnte die Welt nur schöner sein als hier oben, in glühendes Licht wird der Berg getaucht, über den rosafarbenen Wolken weiter hinten ragt der Gipfel des Kilimandscharo heraus und der Mount Meru selbst wirft einen beeindruckenden dreieckigen Schatten. Das Glücksgefühl am Gipfel ist unbeschreiblich, nie habe ich mir einen Gipfel härter erkämpfen müssen bisher, nie war ich glücklicher. Freudentränen stehen mir in den Augen, die Beine zittern allerdings vor Anstrengung und ich habe mich so verausgabt, dass ich nicht ganz sicher bin, wie ich wieder hinab kommen soll.

Sonnenaufgang am Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Sonnenaufgang am Mount Meru
Sonnenaufgang mit Blick auf den Kilimandscharo am Mount Meru, Regenwald, Arusha Nationalpark, Tansania, Afrika
Inklusive Blick auf den Kilimandscharo in der Ferne
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Traumhaftes Bergglühen am Mount Meru
Die letzten Höhenmeter auf den Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour
Die letzten Höhenmeter erwarten uns

 

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Geschafft! Glücklicher könnt ich nicht sein
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Die ganze Gruppe hat es hoch geschafft
Der Schatten des Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour
Der Mount Meru wirft wirklich einen einzigartigen Schatten!
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Ein Krater im Krater des Mount Meru – unser Planet ist einzigartig
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Blick vom Mount Meru auf den Kilimandscharo, mein nächstes Ziel

Aber eine kleine Pause wirkt Wunder, außerdem ist der Weg bei Tageslicht gesehen dann doch nicht mehr so schwierig, wie er in der Nacht auf mich gewirkt hat. Der Weg zieht sich dennoch, die Nacht war sehr kurz und wir wandern stolze 2000hm wieder runter bis zu unserer ersten Hütte, der Miriakamba Hütte.

Gratwanderung am Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour
Gratwanderung hinab, jetzt sehe ich endlich, wo ich Nachts hochgestolpert bin

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Wanderweg am Mount Meru mit Kilimandscharo Blick Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour
Hoch in die Wolken bis zum Kilimandscharo scheint der Weg zu gehen
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Noch einmal, der beeindruckende Krater im Krater des Mount Meru

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Gruppenbild Miriakamba Hütte am Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour
Unsere Gruppe und die Crew mit Guides und Trägern an der Miriakamba Hütte

 

Und dann heißt es am nächsten Morgen gleich nochmal 1000hm absteigen zum Momella Lake. Die Beine sind ziemlich erschöpft und ich bin mehr als froh über meine Wanderstöcke. Der Empfang am Mommella Lake ist dafür gigantisch, Büffel, Giraffen, Flamingos und ein leckeres, frisches Essen erwartet uns.

Abstieg vom Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour

Blick zurück auf den Mount Meru, Mount Meru Besteigung, Tour, Erfahrungsbericht, Afrika, Tansania, Bergtour
Blick zurück auf Mount Meru
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Wohl verdientes Abschlußbier

Vögel am Momella Lake, Tansania, Mount Meru Nationalpark Büffel am Momella Lake, Tansania, Mount Meru Nationalpark

 

 

Pole, Pole auf den Kilimandscharo

„Pole, pole!“ – „Langsam, langsam!“ Die bekanntesten Wörter auf dem Weg zum Gipfel des Kilimandscharo. Anfangs mag es einem übertrieben scheinen aber spätestens am dritten Tag weiß man das langsame Gehen zu schätzen. Wer hoch hinauf will sollte seinen Körper nicht überfordern, er erholt sich einfach nicht mehr so gut je dünner die Luft wird.

Für meine Kilibesteigung habe ich die Machame Route gewählt. Eine der landschaftlich schönsten Routen soll sie sein und 2013 war sie noch als weniger begangen gehandelt im Gegensatz zur weniger anspruchsvollen Marangu Route mit Hütten (heute ist auch die Machame Route sehr beliebt!). 64km durch alle Klimazonen und 4300 Höhenmeter allein im Aufstieg warten auf mich, auf geht’s!

Die Route auf den Kilimandscharo (Bild von Zorillasafaris)

 

 

Tag 1: Machame Gate (1790hm) – Machame Camp (3000hm)

Es ist der erste Tag des Jahres, wie könnte ich das neue Jahr besser begrüßen als mit einem Abenteuer auf das Dach der Welt! Gestern haben wir einfach schon um 21h angestoßen, um dann früh schlafen zu gehen und fit zu sein für den Kili.

Am Machame Gate auf 1790hm herrscht geschäftiges Treiben, die Lasten werden auf Träger aufgeteilt, es wird fleißig gewogen, denn eine Gewichtsobergrenze gibt es – dennoch haben die Träger viel zu schleppen. Für uns heißt es warten bis die Formalitäten erledigt sind. Jeder muss sich hier eintragen, ein Computer Problem hat aber alles lahmgelegt und so müssen alle Wanderer stundenlang warten, bis sie mit dem Tail beginnen können. Unser Mittagessen verspeisen wir im Schatten, warm ist es und ich bin aufgeregt aber auch müde, mein Körper ist noch immer erschöpft von den vielen Höhenmetern auf den Mount Meru.

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Vollbepackte Fahrt zum Machame Gate
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Am Machame Gate – nochmal schnell die Checkliste überprüfen
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Ziemlich aufwendige Logistik bei so vielen Trägern

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Gegen 14h können wir endlich los, zunächst auf einer Forststraße, die leicht zu gehen ist. Der Weg führt dann durch verwunschenen tropischen Regenwald mit grünen Farnen und moosbewachsenen Bäumen. Ab 2700hm endet der Bergregenwald und der Weg führt uns durch eine spektakuläre Heidenlandschaft, felsige Abschnitte gilt es immer wieder zu überwinden, manchmal ziemlich steil.

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Endlich geht es los, erstmal auf einfacher Forststraße
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Grüner wird’s nicht
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Unser Zeltplatz am Machame Camp

Erst als es dämmert erreichen wir unser heutiges Camp, das Machame Camp auf 3000m. Die Zelte stehen schon und ein leckeres Abendessen erwartet uns. Die Zelte sind recht groß und komfortabel und im Essenszelt sitzen wir recht gemütlich auf Klappstühlen um den Tisch herum und besprechen den morgigen Tag beim Abendessen. Wir sind 12 Teilnehmer, um unsere Erfolgschancen am Gipfeltag zu maximieren und die vielen Träger zu organisieren gibt es insgesamt 6 Guides. Zwei Köche sorgen für unser leibliches Wohl und ca. 24 Träger schleppen Zelte, Ausrüstung, Essen, Trinken und alles was wir sonst noch brauchen auf den Berg hinauf. Heute würde ich sicherlich sehr viel mehr selber tragen können und wollen, aber damals war es für mich die einzig mögliche Kombination, um sicher auf den Gipfel zu kommen.

 

Tag 2: Machame Camp (3000hm) – Shira Camp (3845hm). 7km

Heute ist die Etappe von den Kilometern her recht kurz, dafür ist der Weg felsiger und steiler und die Höhe spüre ich inzwischen auch. Nach einem kurzen Abstieg geht es steil hinauf durch die Heidelandschaft und über Felsen. Dann kommt Erholung als wir auf relativ gleichbleibender Höhe durch Moorlandschaft wandern. Noch einmal geht es nach ein paar Stunden weiter hinauf auf ein Hochplateau auf ca. 3.700 m. 150  Höhenmeter weiter befindet sich schon das Shira Camp.

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Hinauf geht es für uns und die Träger
Heidelandschaft Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Über felsige Abschnitte durchwandern wir die Heidelandschaft
Wanderin auf der Machame Route, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
T-shirt Wetter haben wir (noch)
Steiler Abschnitt auf der Machame Route, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Steiler, felsiger Abschnitt – aber alles gut machbar

Den Tag konnte ich leider nicht so gut genießen, meine Muskeln schmerzen und ich fühle mich schwach. Abends kommt auch mein Durchfall wieder, so dass ich wiederholt die Toilette besuchen muss und kaum etwas essen kann. Die Guides machen sich Sorgen, Appetitlosigkeit ist auch ein Zeichen von Höhenkrankheit und Durchfall erschwert natürlich auch die Wanderung. Zum Glück erholt sich mein Körper wieder und vor allem habe ich Glück, dass der Durchfall nur abends kommt und mich tagsüber verschont – in der kargen Landschaft wäre es sonst etwas schwierig geworden für mich!

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Ganz gemütlich ist es im Zelt zum Essen
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Spülen am Kilimandscharo – mit wenig Wasser auch eine Herausforderung

 

Tag 3: Shira Camp (3845hm) – Barranco Camp (3984hm).

Der Tag startet mit einem traumhaften Sonnenaufgang. Mount Meru leuchtet golden in der Ferne und auch auf den Kibo haben wir freie Sicht. Das Shira Camp liegt wirklich fantastisch, ich bin einfach nur glücklich.

Sonnenaufgang am Shira Camp mit Blick auf Mount Meru, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Schöner wird’s nicht – der Sonnenaufgang vom Shira Camp mit Blick auf den Mount Meru
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Kleine Pause mit Blick auf den Gipfel des Kilimandscharo

Der heutige Weg durch die karge Vulkanlandschaft ist spektakulär aber auch sehr anstrengend, wir legen unzählige Höhenmeter zurück um aber letztendlich nur 100hm höher als gestern zu schlafen. Bessere Höhenakklimatisierung gibt es aber nicht – die goldene Regel „Climb high, sleep low“ wenden wir heute an.

‘Pole, Pole’ (Langsam, Langsam) wird uns immer wieder zugerufen, wir haben daraus inzwischen unseren eigenen Claim gemacht: ‘Volle Pulle’.

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Durch Lavawüste wandern wir immer bergauf
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Waren wir nicht gestern noch im Regenwald? Auf einmal ist alles staubig und trocken
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Mittagessen im Zelt, Suppe gibt es immer, damit wir möglichst viel Flüssigkeit zu uns nehmen
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Erholung in der Sonne vor dem Essenszelt

Am Lava Tower machen wir auf 4642hm eine wunderbar lange Mittagspause, sogar das Essenszelt wurde aufgestellt. Danach genieße ich entspannt die Mittagssonne bevor es weitergeht. Jetzt gilt es eine felsige Schlucht zu durchqueren, so einige Höhenmeter kommen hinzu, da wir heute öfter ab- und wieder aufsteigen.

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Zur Abwechslung steigen wir auch mal ab
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Der Lava Tower

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Wir enden auf einem Hochplateau auf 3700hm und ich fühle mich in eine andere Welt versetzt. Inmitten der rauen Lavawüste ragen baumartige Pflanzen in den Himmel. Senecien werden diese tollen Pflanzen genannt, oder Schopfbäume. Riesenlobelien kommen auf dem Boden hinzu und lockern die Vulkanlandschaft auf.

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Wir wandern hinein in eine ganz andere Welt…
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Die Senecien in dieser kargen Landschaft sind unglaublich
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Check-in beim Barranco Camp

Kurz darauf erreichen wir das Barranco Camp nach diesem wirklich spektakulärem Tag. Das Camp ist diesmal recht groß, sogar mit einem fest stehenden Gebäude mit Toiletten. Es gibt wieder Popcorn und ein tolles Abendessen aber wir fürchten alle ein wenig vor der sogenannten „Breakfast Wall“, die uns morgen früh erwartet. Das ist der schwierigste Abschnitt der Machame Route und mit etwas klettern verbunden. Unser Guide beruhigt uns, er kennt uns ja inzwischen schon vom Mount Meru und meint, wir würden es alle ohne Probleme schaffen.

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Das Barranco Camp mit Toilettenhäuschen
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Popcorn und liebevoll gedeckter Tisch
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Blick vom Zelt im Barranco Camp
Blick auf die Breakfast Wall, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Die berüchtigte Breakfast Wall erwartet uns morgen

 

Tag 4: Barranco Camp (3984hm) – Barafu Camp (4681)

Heute geht es früh los, im Bergschatten ist es sehr kalt und meine Füße fühlen sich fast erforen an, als ich die Breakfast Wall in Angriff nehme. Das Klettern macht unheimlich Spaß und ist weder besonders schwierig noch sehr lang! Oben bin ich dennoch erleichtert, für die Träger ist es sicherlich mit den Lasten auch nicht ganz einfach. Wir genießen als Belohnung den tollen Ausblick auf den Kibo und den Mount Meru.

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Raufklettern auf die Breakfast Wall
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Die letzen Meter über die Breakfast Wall
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Blick auf den Mount Meru

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Der Gipfel sieht so nah aus, kaum zu glauben, dass er eigentlich noch knapp 2000hm entfernt ist

Nach dem Hochklettern geht es danach erstmal wieder etwas runter für uns und anschließend wieder hoch auf 3930hm zum Karanga Camp. Auch hier gibt es wieder ein tolles Mittagessen für uns und eine ausgiebige Pause. Aber nach dem Mittagessen warten noch 750 Höhenmeter auf uns!

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Nachdem wir eine Schlucht hinuntergestiegen sind müssen wir natürlich auch wieder hoch, zusätzliche Höhenmeter schinden

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Der Nachmittag zieht sich, es wird immer schwerer für mich zu atmen und zu wandern. Zum Glück können wir uns ausreichend Zeit nehmen. Der letzte Anstieg hat es dennoch in sich und heute hatten auch die Träger einen schweren Tag. Unsere Zelte sind noch nicht alle da und so ruhe ich mich erstmal in der Abendsonne aus.

Die Höhe macht mir hier ziemlich zu schaffen, das Toilettenhäuschen befindet sich ca 10 Höhenmeter über mir aber der Weg ist so anstrengend, dass ich mir ziemliche Sorgen über die Gipfelbesteigung mache. Heute gehen wir so früh wie möglich schlafen, um vor dem Gipfelsturm zumindest den Körper etwas auszuruhen. Es ist bitterkalt aber in meinem Schlafsack fühle ich mich wohl. Ich habe alles was geht mit in meinen Schlafsack genommen und bin auch schon fertig angezogen.

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Eine letzte Pause vor dem heutigen Camp
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Ankunft am Barafu Camp, auf 4681hm ist die Luft ganz schön dünn
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Check in am Barafu Camp
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Unser Zeltlager am Barafu Camp mit Blick auf den Gipfel

 

Tag 5: Barafu Camp (4,681m) – Uhuru Peak (5,895m) – Mweka Camp (3,100m)

Als wir um Mitternacht geweckt werden habe ich kaum geschlafen. Wir sollen frühstücken, so wirklich Hunger hat aber niemand. Gegen 1h morgens geht es dann im stockdunklen los. Über uns leuchten schon einige Stirnlampen, manche haben sich schon vor uns auf den Weg gemacht. Mir ist sehr kalt, vor allem an den Füßen, meine Heizpads habe ich zwar hineingelegt aber so richtig hilf es nicht. Hintereinander marschieren wir im Dunkeln bergan, ich folge immer nur der Person, die gerade vor mir ist. Da ich keine Aussicht genießen kann, kreisen meine Gedanken ständig darum, wie langsam oder schnell die Person vor mir doch ist und wie ungleichmäßig sie geht. Der Weg scheint endlos, ich kämpfe und kämpfe aber komme doch nicht voran.

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Eigentlich ganz happy! Los geht es!

Der Weg geht in Serpentinen bergan und wenn ich das Gefühl habe, ich kann nicht mehr weiter kommt entweder eine Kurve und es wird ein wenig flacher oder ein Guide ist da und motiviert mich. Wir machen Pausen, ich versuche zu trinken, Hunger hab ich nicht. Die Nacht scheint nicht zu enden, schon längst habe ich auf Autopilot umgeschaltet, ein Fuß vor den anderen, atmen, atmen, atmen. Vor der Reise habe ich gelesen, dass man so weit oben einen Schritt macht und dann erstmal ein und ausatmen muss bevor man den nächsten machen kann. Damals habe ich gelacht, jetzt verstehe ich es nur zu gut.

Und dann auf einmal ein Glühen in der Ferne, die Sonne kommt langsam heraus und taucht die Welt in glühendes Licht. Ich habe noch nie einen so schönen Sonnenaufgang erlebt, scheinbar endlos liegt die weite Welt unter mir und wird langsam von der Sonne erhellt. Der Schnee glänzt Morgenrot und überglücklich mache ich hunderte Fotos am Stella Point auf 5,793hm.

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Sonnenaufgang am Kilimandscharo
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Das Dach Afrikas
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Glühende Sonne und unendlicher Blick

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Yay, den Stella Point schon mal erreicht!

Ich verausgabe mich leider so sehr, dass es danach für mich sehr schwierig wird. Ab dem Stella Point wird der Weg eigentlich viel flacher und zieht sich langsam noch 100hm weiter bis zum Gipfel. Für mich ist es jetzt aber erst so richtig schwierig, ich stehe neben mir und habe das Gefühl, gar nicht mehr in meinem eigenen Körper zu sein. Ich habe keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit, nur die kleinsten Dinge, wie meine Sonnenbrille rausholen, dauern unendlich lange und erscheinen mir schwierig. Sobald ich anhalte ist auch schon ein Guide da und fordert mich auf weiterzugehen, nicht aufzugeben. Ich nehme es kaum wahr, aber im Nachhinein bin ich sehr dankbar für die viele Unterstützung. Wir haben auch hier wieder sehr viel Glück, wir stapfen durch reinen weißen Schnee – den es hier oben nur noch ganz selten gibt.

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Der Weg bis zum Gipfel zieht sich obwohl es nicht mehr steil ist
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Die letzten Gletscher auf dem Kilimandscharo und Blick auf den Mount Meru
die letzten Meter zum Gipfel des Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Dort hinten ist der Gipfel, nur noch ein paar hundert Meter

Und dann ist es soweit, ich bin am Dach Afrikas angekommen, am Uhuru Peak auf 5895m Höhe. Ich sehe das Schild und Tränen fließen aus meinen Augen, es sind weder Tränen des Glücks noch der Trauer, ungewollt fließen die Tränen runter und ich kann kaum begreifen was geschieht. Ich bringe ein gequältes Lachen für mein Gipfelfoto heraus und auch für ein Gruppenfoto reicht es noch. Alle 12 Teilnehmer haben es auf den Gipfel geschafft, unglaublich wird doch meistens angegeben, dass nur 50% es schaffen.

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So richtig wahr nehme ich es in dem Moment nicht, aber ich habe es auf 5895hm auf den Uhuru Peak geschafft!
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Unsere ganze Gruppe hat es geschafft, dank unseren tollen und erfahrenen Guides

Ich werde dann aber sofort von unserem Guide Allen runtergeschickt. Ein Träger nimmt meinen Rucksack und läuft immer dicht bei mir die nächste Stunde. Ich weine noch ca eine halbe Stunde weiter bis ich endlich aufhören kann. Während die anderen den Gipfel noch etwas genießen stolpere ich hinab. Irgendwann fühle ich mich wieder Herrin meines Körpers und kann auch wieder vernünftig wandern, immer hinab durch die staubige trockene Landschaft. Ich staune, dass ich es tatsächlich den ganzen Weg hier hinaufgeschafft habe. Komplette erschöpft komme ich wieder im Barafu Camp an. Zum Glück stehen unsere Zelte noch und so sinke ich erstmal in meinen Schlafsack und erhole mich ein Stündchen.

Schnee auf dem Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Schnee gibt es nur noch selten hier oben, wir haben sehr viel Glück wird uns immer wieder versichert.
Weg auf den Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Den ganzen Weg sind wir nachts hinaufgegangen?
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Unendliche Weite unter uns und staubiger Weg
Abstieg zum Barafu Camp, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Ein letzter steiler Abstieg und wir sind im Barafu Camp zurück

Dann gibt es Mittagessen bevor es noch weiter hinabgeht, knapp 1600hm müssen noch abgestiegen werden! Der Nachmittag wird daher unendlich lang, durch ein Flussbett wandern wir hinab, von den Strapazen und Schlafmangel sind unsere Gesichter gezeichnet und auch den Guides sieht man die Erschöpfung an. Endlich erreichen wir das Mweka Camp, unsere Crew hat dort schon alles vorbereitet und ein paar Träger waren sogar schon unten im Tal um frische Lebensmittel zu besorgen. Wir werden mit einem fantastischen Abendessen versorgt, aber hauptsächlich möchte ich einfach nur schlafen.

Flussbetten am Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Abstieg durch leere Flussbetten
Müde Wanderer, Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Müde aber glücklich – auch unser Guide Allan sieht inzwischen erschöpft aus

 

Tag 6: Mweka Camp (3,100m) – Mweka Gate (1,680m)

Heute schlafen wir aus, bevor wir ein letztes Mal im Zelt frühstücken und dann eine Abschiedszeremonie gestalten. Das gesamte afrikanische Team stimmt das Kilimandscharo Lied für uns an – Gänsehaut pur! Jetzt kann ich auch endlich fassen, dass ich gestern tatsächlich auf dem Gipfel stand und bin wahnsinnig glücklich. Unsere Reisegruppe bedankt sich dann mit einem österreichischem Lied und Tanz – bevor es an die Übergabe der Trinkgelder geht, ein langwieriger Prozess bei so vielen Trägern! Mehr als verdient haben sie es sich!

Abschiedszeremonie Kilimandscharo, Kilimandscharo besteigen, Tansania, Afrika, Kilimandscharo Tour, Erfahrungsbericht, Machame Route
Abschiedszeremonie
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Unsere Gruppe und die gesamte Crew – ich bin ihnen unendlich dankbar, ohne sie hätte ich es niemals geschafft

 

Danach geht es nur noch bergab bis zum Parkausgang dem Mweka Gate auf 1680m. Der Weg ist einfach und auch wenn der Körper noch erschöpft ist fühle ich mich wie beflügelt. Dort erwartet uns ein frisches Mitagessen im Schatten, ein kühles Bier und wir bekommen ein Zertifikat überreicht bevor es im vollbepackten Bus zurück in die Lodge und einer wohlverdienten Dusche geht!

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Abstieg zum Mweka Gate durch verwunschenen Regenwald
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Geschafft – am Ziel angekommen!

Jambo! Jambo bwana!
Habari gani? Mzuri sana! Wageni, mwakaribishwa! Kilimanjaro? Hakuna matata!
Tembea pole pole. Hakuna matata!
Utafika salama. Hakuna matata! Kunywa maji mengi. Hakuna matata!
Kilimanjaro, Kilimanjaro, Kilimanjaro, mlima mrefu sana.
Na Mawenzi, na Mawenzi, Na Mawenzi, mlima mrefu sana.
Ewe  nyoka, ewe nyoka!Ewe nyoka, mbona waninzunguka.
Wanizunguka, wanizunguka Wanizunguka wataka kunila nyama

 

 

Tipps & Ratgeber

Reisezeit

Im Zeitraum Ende März, April und Mai ist in Tansania Regenzeit und es ist ziemlich wolkig. In den höheren Lagen muss mit Schneefall gerechnet werden. Vorteil dieser Monate ist, dass sehr wenige Bergsteiger zu dieser Zeit unterwegs sind. Im Juni und Juli hat man einen klaren Himmel und kalte Nächte. Die Monate August, September und Oktober stellen die wärmste, aber auch begehrteste Reisezeit für eine Besteigung Kilimandscharos dar – auch hier sind die Nächste sehr kühl! Ende Oktober sowie November und in den Dezember hinein sind Wolken und auch kurze Gewitter möglich. In den höheren Lagen liegt Schnee und man kann zu dieser Reisezeit eine weiße Weihnacht in Tansania auf dem höchsten Punkt Afrikas erleben.

Grundsätzlich kann der Kilimandscharo also ganzjährig gefahrlos bestiegen werden. Als beste Reisezeit gelten aber die Monate Januar, Februar und Anfang März, wo gute Sichtverhältnisse auf den Berg herrschen.

Anforderungen

Mount Meru: Für die Besteigung der Mount Meru ist eine gute Kondition notwendig. An 3 Tagen hintereinander werden 1000 Höhenmeter aufwärts zurückgelegt, am 3. Tag nach dem Gipfel sogar noch 2000hm abwärts im Anschluss an den Gipfelsturm. Dieser Tag ist sehr anstrengend und erfordert sowohl physische als auch mentale Belastbarkeit. Der Weg führt in teils sehr steilem Gelände sehr nah am Kraterrand entlang, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind notwendig.

Kilimandscharo: Für die Besteigungen des Kilimandscharo wird keine bergsteigerische Erfahrung benötigt aber die Trekkingetappen sind um die 8h (mehr am Gipfeltag) mit um die 1000 Höhenmetern pro Tag – daher ist auch hier eine gute Kondition absolut notwendig. Am Gipfeltag steigt man 1200m zum Gipfel auf und anschließend ca. 2100hm wieder hinab.

Route

Mount Meru: Auf den Mount Meru gibt es nur eine Route, die beim Auf- und Abstieg etwas variiert werden kann. Aufgrund der Gefahr freilaufender Wildtiere muss die Gruppe von einem bewaffneten Ranger begleitet werden (auch wenn das Gewehr unseres Rangers aus dem zweiten Weltkrieg stammte und ich anzweifle, wie sinnvoll es eingesetzt werden kann, zumal unsere Gruppe sich oftmals weit auseinandergezogen hat).

Kilimandscharo: Die Machame Route gilt als die landschaftlich reizvollste und schönste Aufstiegsroute zum Gipfel des Kilimandscharo. Im Vergleich zur Marangu Route ist sie aber körperlich anstrengender, da die täglichen Abschnitte länger und steiler sind. Die Übernachtungen während der Machame Route erfolgt in Zelten, einzig auf der Marangu Hütte kann in Hütten übernachtet werden.

Höhenmeter auf der Machame Route (Bild von Ultimate Kilimanjaro)
Distanzen und Höhenmeter auf der Machame Route (Bild von Ultimate Kilimanjaro)

 

Wasser

Am Mount Meru ist die Versorgung mit Wasser sowohl zum Waschen als auch zum Trinken gar kein Problem.

Am Kilimandscharo ist das Wasser in höheren Lagen nicht ausreichend vorhanden. Das Trinkwasser wird direkt von natürlichen Wasserstellen am Berg entnommen und vom Koch behandelt oder abgekocht. Zusätzlich können noch Micropur oder andere Wasserentkeimungsmittel verwendet werden. Eine Thermoskanne ist vor allem für die Gipfeltage sehr viel wert. Zur besseren Akklimatisierung ist es wichtig viel zu trinken, mein Tipp ist es daher Kräuter- oder Früchteteebeutel und Multivitamintabletten mitzunehmen. Sobald das Wasser besser schmeckt trinkt man auch mehr!

Training

Ich habe als Vorbereitung für den Kilimandscharo ein Halbmarathontraining gemacht. Von Berlin aus ist es sehr schwierig für Höhenmeter zu trainieren, aber das regelmäßige joggen von längeren Strecken mit Intervalltraining hat mein Körper gut vorbereitet. Einige Tageswanderungen mit vollem Rucksack haben mir weiterhin geholfen. Durch die mangelnden Trainingsmöglichkeiten in den Bergen hatte ich dennoch nach dem Mount Meru Muskelkater in den Oberschenkeln und war in Kombination mit Durchfall ein paar Tage sehr müde. Ich kann daher nur raten soviel wie möglich zu trainieren, um den Erfolg und den Genuss der Wanderung zu maximieren.

Verpflegung

Wir wurden reichlich und sehr gut verpflegt. Auch Mittags wurde oft das Essenszelt aufgestellt und ein reichhaltiges Mahl serviert.  Zum Frühstück gab es Kaffee/Tee/Schokolade, Toast, Porridge. Mittags und abends Suppe, Hauptspeise, Nachtisch. Oft gab es bei Ankunft im Lager Popcorn, Tee und Kaffee.

Hygiene

Auf dem Mount Meru gar kein Problem, es gibt fließend Wasser auf den Hütten.

Am Kilimandscharo bekommt man Morgens und Abends eine kleine Schale mit warmen Wasser zur Katzenwäsche. Mehr Wasser gibt es auf dem Kilimandscharo einfach nicht aber es ist ausreichend. Ich war vorher noch nie so dreckig aber es macht auch nichts, man zieht ohnehin immer die gleichen Wandersachen an. Plumpstoiletten sind bei allen Zeltplätzen vorhanden, nicht unbedingt ein Vergnügen.

Kälte

Es ist besonders nachts und am Gipfeltag sehr kalt. Ausreichend isolierende Kleidungsschichten sind absolut notwendig. Wer eine Metallflasche hat kann diese Abends mit heißem Wasser füllen lassen und mit in den Schlafsack nehmen, das wärmt ganz wunderbar. Meine feuchten Socken und Sohlen habe ich auch immer mit in den Schlafsack genommen, um morgens nicht noch kältere Füße zu haben. Da Akkus unter der Kälte leiden und nicht so lange halten, habe ich meine Akkus auch meistens mit in den Schlafsack genommen und auch tagsüber so nah wie möglich am Körper aufbewahrt.

Reiseagentur

Ich war mit Weltweitwandern unterwegs und sehr begeistert. Der Führer vor Ort, Alan, und sein Team sind um jeden einzelnen bemüht und begeistert dabei. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und wurde gut versorgt und unterstützt.

Zebra auf Safari in Tansania

Auf Safari

Wenn man schon mal in Tansania ist, kann ich nur empfehlen, im Anschluss noch auf Safari zu gehen. Die drei Tage waren gefühlter Luxus, im Jeep geschaukelt zu werden nach der Anstrengung war zur Abwechslung dann auch nicht so schlecht. Der Ngorongoro Crater war mein absolutes Highlight, aber eigentlich hat jeder Nationalpark seinen Reiz!

Maasai in Tansania
Masaai in einem traditionellen Dorf

Masaai in Tansania

 

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